A Sick February 2022

Veröffentlicht von DeHejner am

Es hat uns erwischt! Nein, nicht COVID-19. In diesem Fall war es ein normaler grippaler Infekt auch wenn man in diesen Tagen überall schief angeschaut wird, wenn man mit einer Rotznase durch die Gegend läuft und sich am besten mit einem negativen Testergebnis rechtfertigen muss. Es ist nicht schlimm, ab und an muss man mal leicht Husten aber die Nase läuft richtig. Dazu kommt ein wenig Müdigkeit. Ein Grund für mich eine Laufpause einzulegen und eine Woche lang nicht durch meinen Wald zu rennen. Mehr als die eine Woche habe ich es aber auch nicht ausgehalten, mir fällt es irgendwie leichter bei schlechtem Wetter zu rennen als Spazieren zu gehen. Aber ich habe es überlebt und irgendwie hat die Pause gut getan. Für den Kopf war es auf jeden Fall ein gutes Training, weg von den du musst Gedanken zu kommen. In meinem Wald ist es im Februar eh nicht so schön, die vielen Maschinen, die Querfeldein fahren und massiv Bäume fällen. Die ganzen Wegesränder kaputt und überall liegen Stämme. Es gibt Stücke im Gernsheimer Wald, da ist kein Baum höher als fünf Meter. So massiv wie dieses Jahr habe ich das noch nicht wahr genommen. Ich bin gespannt, wie das Bild im Frühling/Sommer sein wird, wenn wieder etwas mehr Grün zu sehen ist.

Der Frühling kommt übrigens langsam. Bis auf den einen Storch, der ja bereits im Januar da war, sind nun ganz viele zurück. Wir konnten auf unserem Spaziergang über zwanzig Stück zählen, die sich auf den Nestern in de Lach breit machen. Spaziergänge sind ja so ein leidiges Thema bei uns und oft mit Gemecker verbunden. Ich muss ja selbst zugeben, dass es manchmal schwer ist motiviert zu sein und dann noch zu motivieren, wenn das Wetter so ein fieses Grau in Grau bietet. Aber es ist wichtig, dass wir an den Wochenenden raus an die Luft kommen. Ihr kennt das ja sicherlich, wie die Stimmung gegen Abend dann zunehmen dicker wird, wenn noch zu viel Energie im Kind ist aber der Tag schon zu Ende geht. Dann kommt dieses Gefühl, dass man irgendwie nichts geschafft hat. An der frischen Luft ist das anders und ich bin glücklich, dass wir nun wieder mehr Sonne zu sehen bekommen. Das hilft auch unserer Energiebilanz und die Solaranlagen bekommen wieder was zu tun. Das letzte Jahr sah gar nicht so toll aus, hoffen wir auf mehr Sonne in 2022. Wobei, ganz ehrlich, ich habe die Hoffnung in 2022 irgendwie schon aufgegeben. Zuerst Omnicron dann Putin – ich meine, was soll das? Ich mag gar nicht den Satz aussprechen: Schlimmer kann es ja nicht mehr werden. Aber doch, ich glaube es geht schlimmer und diese Szenarien möchte ich mir ganz vorstellen. Ich erlebe gerade täglich auf der Arbeit mit was es für eine Bevölkerung bedeutet, wenn ihr Land im Krieg ist. Auch wenn die Menschen, mit denen ich zu tun habe in etwa genauso weit weg sind vom Geschehen wie ich, die Einschränkungen in ihrem Leben sind gewaltig und beängstigend. Du willst diesen Krieg nicht und trotzdem bist du von den Sanktionen betroffen. Dein Geld auf dem Konto ist nichts mehr Wert. Du bist eingesperrt in deinem Land. Du würdest gerne protestieren, hast aber Angst verhaftet zu werden, wenn du zu kritisch bist. Alles was du aufgebaut hast, was du für deine Kinder vorbereitet und geschaffen hast, fällt auf einmal zusammen. Ich muss ja zugeben, ich habe mich getäuscht. Als vor kurzem ja noch Trump Amerika besetzte, war ich der Meinung, dass es sehr gut wäre, wenn wir uns viel weiter in Richtung Osten öffnen. Zum Glück bin ich aber nicht in der Politik sondern in der IT. Aber mit einer Sache habe ich richtig gelegen und ich freue mich, dass sehr viele Kritiker nun ihre Meinung geändert haben. Unsere Außenministerin macht einen sehr guten Job!

Genug der Politik und zurück zu uns. Irgendwann im Januar erwähnte ich bei einem Gespräch mit Kollegen*innen, dass unser Kindergarten als Insel bisher noch gar keinen Fall hatte. Zumindest wurde bis dahin nicht kommuniziert. Nun, vielleicht hätte ich es nicht so laut sagen sollen, dann im Februar begann die Durchseuchung und ging soweit, dass für drei Tage die Einrichtung komplett geschlossen wurde. HomeOfficeWithTwins hat aber auch dieses Mal sehr gut funktioniert und sie freuten sich wieder richtig Zeit zu haben, zu Hause die Bude auf den Kopf zu stellen. Nach der Information, dass man den Kindergarten ab Montag wieder in Notbesetzung öffnen würde, haben wir beschlossen, die Heimbetreuung noch ein wenig zu erweitern. Montag gab es noch einmal Team HomeOffice und am Dienstag hatte ich mir den Vormittag soweit frei geschaufelt, dass ich mit ihnen einen kleinen Ausflug machen konnte. Wir haben zuerst beim Landhandel Futter für unsere Hühner und die diesjährigen Küken gekauft und sind dann weiter zum Bruchsee gefahren. Das Wetter zeigte sich mit grauem Himmel von seiner gewohnten Seite aber das konnte uns nicht abhalten, etwas zu matschen und die vielen Spielmöglichkeiten dort auszuprobieren. Ein gemütliches Picknick zum Mittag mit darauffolgender massiven Nutzung der Seilbahnen rundeten das Programm ab. Auch mir hat der Vormittag gut getan aber es fühlte sich merkwürdig an Nachmittags dann am Rechner für die Arbeit zu sitzen. Der Frühe Vogel war total verwirrt. Da es nach den zwei Tagen aber im KiGa wieder besser wurde und Fasching vor der Tür stand, sind die beiden nach einer Woche Ferien am Mittwoch wieder zurück gegangen. Fasching ist ja, wie ihr alle wisst, meine liebste Jahreszeit. Ich mag ja dieses Verkleiden und auf Kommando lustig sein. Nein. Aber die Kinder haben Spaß daran und als Hexe uns Astronaut waren sie mindestens genauso toll unterwegs wie als Bunt und Fliegenpilz. Und ich bin froh, dass die Kinder trotz der ganzen widrigen Umstände, recht unbeschwert feiern konnten. Ich denke sie haben im Moment echt genug was auf ihren kleinen Schultern lastet. Denn plötzlich stehst du als Elter da und darfst deinen Kids erklären, dass gerade ganz in der Nähe Krieg ist und was das für uns bedeutet und was das für die Freunde mit russischer Herkunft bedeutet. Aber die beiden haben es gut aufgenommen, viele Fragen gestellt und sind auch der Meinung, dass der kranke Mensch endlich damit aufhören sollte.

Fasching Katharina in Bunt
Fasching Philipp als Astronaut

Meine Laufstatistik im Februar sieht gar nicht gut aus, da gab es letztes Jahr Monate in denen ich mehr als das Doppelte unterwegs war, dennoch sind die 177 Kilometer gut gewesen. Vor allen Dingen waren wieder ein paar schöne längere Einheiten dabei. Das gute daran ist, dass es gar nicht drauf ankommt wie viel ich im Moment laufe. Was nun demnächst ansteht ist mal zu schauen, welche Läufe es in diesem Jahr so in der Gegend geben wird. Wünschen würde ich mir Frankenstein- und Melibokuslauf, aber auch Fischerfestlauf wäre toll. Großes Ziel wäre der Koberstädter Waldmarathon – ja ich denke ich muss da mal ein wenig in die Planung gehen…


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