ICH Will Aber – im März 2021

Veröffentlicht von DeHejner am

Was mir als Elter ja im Moment so richtig auf den Keks geht ist dieses schlechte Gewissen, welches einem permanent vermittelt wird. Ständig lese ich, dass Schulen und Kindergärten der Seuchenherd schlechthin sind aber keiner hat den Arsch in der Hose einfach mal für alle zu zu machen. Vor einem Jahr haben wir uns vor solchen Inzidenz Werten gefürchtet, heute wären wir froh, hätten wir die fünfzig wieder erreicht. Mittlerweile sollte jeder in der Lage sein seine Kinder über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen zu Hause zu betreuen – jeder. Keine Ausnahme, keine Besserstellung von Berufs- oder Menschengruppen. Organisiert euch, kümmert euch selbst darum aber behandelt alle gleich. Aber schiebt diese Entscheidung nicht auf die Eltern ab. Und wenn eine Sascha Lobo von einem Staatsversagen spricht, dann kann ich ihm im Moment nur den Rücken stärken – nicht dass er das von mir bräuchte. Ich rege mich auf. Ich rege mich darüber auf, dass Lobby Firmen Millionen und Milliarden Hilfe bekommen, Menschen entlassen und dann in der Hauptversammlung sagen: Das war finanziell ein gutes Jahr – Hier eure Dividende. Mit diesem Geld hätte man genug Mensch und Material zur Verfügung stellen können, um Deutschland in einem halben Jahr zu digitalisieren – vollständig. Statt dessen gibt es Performance Probleme bei neuen Portalen zur Impfanmeldung, die dann mit virtuellen Warteräumen gelöst werden. Da greift man sich einfach nur an den Kopf. Und der klatsch dann ein paar Wochen später auf den Tisch wenn ich sehe wie viele Möglichkeiten es gibt für bestimmte Berufsgruppen sich zu einer Impfung zu melden. Nicht dass diese Gruppen dann auch eine Impfung bekommen würde, nein. Wenn ich sehe, dass wir im Landkreis an einem Tag nicht mehr als 1.000 Menschen geimpft bekommen – ja Hallo? Nicht falsch verstehen, kein Vorwurf an die Menschen, die am Ende den Job wirklich machen müssen, die sich an am Ende mit der Bürokratie und allem drum und dran auseinander setzen müssen. Aber wenn hier die gleichen Menschen aus einem Bürokratiestaat sitzen, die Impfstoffe verteilen, die Anträge für Lastenräder bearbeiten, dann ist mir eigentlich alles klar. Da wird keine Entscheidung getroffen, ohne sich an jeder Stelle mehrfach abzusichern. Und deswegen traut sich auch keiner zu sagen, wir machen den gesamten Laden mal dicht. Genug gemeckert.

Freizeit

Ist unter der Woche meist wenig Zeit zwischen HomeOffice, Kindergarten, Sport und anderen Verpflichtungen, so haben wir am Wochenende doch immer etwas Zeit für einen gemeinsamen Ausflug. Nachdem wir den Melibokus bereits erklommen, die Burgruine Tannenberg und die Starkenburg eingenommen haben, machten wir uns an die Eroberung des Schloss Heiligenberg. Unsere fünf Kilometer Runde starteten wir morgens bei etwas kühlen Temperaturen und folgten den Anweisungen des Komoot Tracks zur Kaiserbuche. Als Jugendlicher mit dem Rad kann ich mich noch an das Original erinnern, leider ist sie ja nicht mehr aber ein Anfang einer neuen ist bereits gemacht und hoffentlich wird in 100 Jahren wieder ein so stolzer Baum stehen. Leider kamen wir auf dem Rundweg gut eine halbe Stunde zu früh am Grillplatz in Balkhausen an, der noch dazu im Schatten lag und sehr nass war. ICH WILL Aber hier Mittagessen! War aber dann der Satz, den wir bis zu unserer eigentlichen Rast kurz vor dem Schloss gehört haben. Ausdauernd ist unsere Tochter ja und recht konsequent. Außer einem mürrischen Gesicht war an dem vorher ausgesuchten Essen alles doof. Die Laune wurde generell nicht viel besser bei allen Beteiligten und so beendeten wir eine eigentlich nette Runde am frühen Nachmittag.

Aus dem ICH WILL Aber haben wir gelernt. Wandern war wohl erstmal durch, zumindest was Höhenmeter anging. Denn die Beine taten weh und alles war doof. Zum Glück gibt es in der anderen Richtung den Rhein und eine kleine Runde durch Gernsheim ist ja auch nett. Was wir vorher nicht wussten: An der Rheinpromenade war Maskenpflicht aber das hielt uns nicht ab. Am Ufer entlang konnte man toll Schiffe beobachten und obwohl es eigentlich echt frisch war, wollte ICH WILL Aber unbedingt auf die Fähre. Wir haben nachgegeben auch wenn es zeitlich echt knapp wurde. Der Junior hingegen hatte große Angst, dass sie wieder so schwankt wie die Fähre nach Schottland und dass ihm wieder schlecht werden würde. Auf den Arm genommen ging es aber und am Ende war ICH WILL Aber sehr glücklich und dem anderen hat es auch Spaß gemacht – eigentlich.

Kurz vor Ostern und am Sonntag schönes Wetter. Zeit endlich in den Wald zu gehen und Moos für die Osternester zu besorgen. Der Opa hatte da einen Tipp: Am bunten Jägerhäuschen gibt es das Beste! ICH WILL Aber nicht laufen hatte am Ende unserer Tour aber doch jede Menge Spaß, denn der Opa hatte Recht und so weit war es ja gar nicht vom Parkplatz der Ruhrgas bis zum Jägerhäuschen auch wenn wir den Rückweg noch etwas weiter ausgedehnt hatten.

Heimarbeit

Wer im Winter heizt, der brauch Holz. Holz lag auch einiges in der Halle herum. Unter anderem noch Stämmen einer Birke und einer Fichte aus dem letzten Jahr. Dazu noch etwas Äste von diversen Gehölzern aus dem Garten und drei weitere kleinere Birken, die wir im Februar fällen mussten, da sie nicht mehr sicher standen. Unser kleiner 2 Tonnen Spalter tat sich aber mit dem Holz echt schwer und ich kam mit Spaltkeil und Axt bei der Menge nicht mehr hinterher zumal ich auch derjenige bin, der die Motorsäge bedient. Aber auf Kleinanzeigen findet man ja so alles und der neue gebrauchte mit seinen 6 Tonnen schafft echt gut etwas weg. Und auch die neue Akku Kettensäge für kleinere Arbeiten kann von der Chefin bedient werden. Die Kinder waren mit Stapeln beschäftigt und wenn das zu doof wurde, dann durften ihre Landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge im Kleinformat die Sägespäne abtransportieren. Eine wunderbare Beschäftigung bei nicht so gutem Wetter.

Besser war das Wetter zwar an einem der letzten Wochenenden aber auch diese Arbeit war eher für Drinnen. Mein neues Arbeitszimmer brauchte ja noch einen Schrank. Schrank, klassisch, weiß: Ikea. Ja, auch das war unser erster Gedanke. Den Pax Konfigurator angeworfen, alles zusammen geklickt und dann erfahren, dass die Filialen gar nicht offen haben. Und dann erfahren, dass sie die Sachen auch gar nicht liefern. Und dann erfahren, dass sie den laden einfach zu machen und Menschen in Kurzarbeit schicken, die problemlos unter Einhaltung aller Bedingungen arbeiten könnten. Click & Collect funktioniert überall. Wieder etwas gelernt über soziale Verantwortung und uns ganz spontan auch für die Zukunft umentschieden woanders zu kaufen. Das fiel auch nicht schwer und wir fanden einen Anbieter mit einem Online Konfigurator und einer nachhalten Fertigung in Deutschland, kostenlose Lieferung, bessere Qualität und vielleicht fünf Prozent teurer als das schwedische Zeug. Das war im Januar. Fertig war der Schrank dann auch recht schnell wer leider nicht so gut zurecht kam, war die Spedition, denn die brauchte fünf Wochen und das auch nur mit Nachdruck. Aber die beiden Möbelpacker, die den Schrank dann in seinen Einzelteilen gebracht haben, waren super nett. Der eine hatte eine rote Maske und der andere einen Zottelbart. So wurden sie von Philipp unterschieden und wir sind schon ein wenig stolz, denn frühere Generationen hätten sie vermutlich anhand der Hautfarbe differenziert. Der Aufbau des 3.500×2.300×600 Schrank mit Türen und Schubladen war dann auch gut in einem Tag erledigt und ebenso einfach wie andere, ein paar Schrauben hier, ein paar Schraubfix dort, Scharniere, Böden, fertig. Nur die Schubladen liegen hier noch, denn es fehlen an zwei Seiten Bohrlöcher. Aber bis dahin konnten wir ihn schon mal einräumen und nutzen, der Rest kommt auch noch. Ob ich den Anbieter uneingeschränkt weiter empfehlen kann, werde ich dann sehen, wenn das Problem gelöst ist und wie es gelöst wurde, dann verrate ich euch auch wo ich meinen Schrank her habe.

Sport-Work-Life-Balance

Mein Lauf Streak geht weiter. Einunddreißig Tage in Folge mit rund elf Kilometer täglich machen am Ende gute 344 Kilometer. Das Wetter war nicht immer toll, die Bedingungen nicht immer optimal, die Zeit nicht immer gegeben aber dennoch jeden Tag raus gekommen. Die Bewegung im HomeOffice ist ja durchaus sehr eingeschränkt und die paar Meter zum Kindergarten und zurück reichen auch nicht wirklich. Was dem Monat zu Gute kam war die Tatsache, dass ich über den Winter einiges an Überstunden aufgebaut hatte, die ich nun reduzieren musste. Und irgendwie ist es schon cool, wenn du von sechs bis zehn arbeitest, eine Stunde laufen gehst, Mittagessen zu dir nimmst und den Rest des Tages frei für die Familie hast. So kommt man dann auch auf einen aktiven Monat mit 565 Kilometern (Distanz aus Schritten) was in etwa 23.000 Schritte pro Tag sind und eine aktive Zeit von etwas über zehn Stunden täglich. Angeblich habe ich dabei einen Kalorienbedarf von rund 3.500kcal, leider spricht die Waage hier eine andere Sprache. Selten habe ich so hart zusammen reißen müssen, um das Gewicht auf einem relativ hohem Niveau halten zu können. Ohne Kuchen ist die Welt ja irgendwie schon ein wenig traurig. Aber Ostern – Cheat Days – egal was die Waage sagt. Bis dahin werden neue Rezepte ausprobiert. So habe ich das erste Mal im Leben Rotkraut aus dem Backofen gegessen. Ich kannte bisher nur die klassische Variante kleinschneiden und tot kochen aber knusprig aus dem Ofen war irgendwie geil. Aber auch die (Teil-)Veganen Pflanzerl aus Sojagranulat waren furchtbar lecker. Und da die Eier aus der eigenen Hühnerhaltung kommen, zählt dies für mich mal wieder als absolut vertretbare Variante einer nachhaltigen Ernährung.


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