Wildweibchen und Maimarkt

Veröffentlicht von DeHejner am

Es ist Zweitausendvierundzwanzig und meine Laufpause wird fast vier Monate andauern. Warum genau kann ich gar nicht sagen. Es ist eine Mischung aus Zeit, die fehlt, aus Antriebslosigkeit und Wetter. Letzteres hat mich früher nie gehindert, dann regnet, schneit, stürmt es halt – na und? Über die Wintermonate aber funktioniert der Kopf gerade nicht und findet immer Gründe, warum es gerade jetzt kein guter Augenblick ist raus zu gehen und zu Laufen. Erst im März sollte ich es wieder schaffen und bin seit dem regelmäßiger unterwegs. Was fehlt, ist ein wenig die Leichtigkeit, die ich mal hatte. Vielleicht liegt es auch an den zehn bis fünfzehn Kilogramm mehr, die ich aktuell mit mir rumschleppe. Vielleicht ist es aber auch die Ungeduld und das Wissen darüber Das ging doch schon mal besser! Es fühlt sich an wie ein zurücksetzen auf Ausgangslage vor zehn Jahren. Mühsam sind die fünf Kilometer, sehr langsam geht es voran. Aber: Es geht voran, es geht vorwärts. Mittlerweile glaube ich wieder daran und ich finde wieder Möglichkeiten und keine Ausreden.

Im Januar sind wir statt Laufen spazieren gewesen. Ich alleine oder mit der Familie. Das Wetter war ja nicht immer schlecht und wir haben die nähere Umgebung genauestens erkundet und jede Menge frische Luft eingeatmet. Wir haben die wenigen Tage mit Schnee genossen und den Kindern ein wenig die alten Zeiten aufleben lassen. Wer kann sich daran erinnern in den Achtzigern auf dem Land die Schlitten der ganzen Nachbarschaft hinter einem Traktor zu hängen und damit die großen und kleinen Kinder über die Feldwege zu ziehen. Heute darf man das nicht mehr. Man überlege doch nur mal, welche Versicherung hier zahlen würde, würde etwas passieren! Aus diesem Grund habe ich unser E-Lastenbike kurzerhand schneetauglich gemacht – etwas Luft aus den Reifen gelassen, den Sattel ganz herunter – und die beiden Schlitten meiner Kids mit einem Seil an die Anhängerkupplung gebunden. So sind wir dann mit bis zu 25km/h über die Feldwege gerast, auf Eisflächen geschlittert und auch das eine oder andere Mal vom Schlitten oder dem Rad gefallen. Aber es hat Spaß gemacht und man wird sich hoffentlich auch in ein paar Jahren so daran erinnern, wie die Traktor-Schlitten-Fahrten für mich in Erinnerung geblieben sind. Ganz großes Shout-Out an unseren jüngst verstorbenen Nachbarn: Danke Walter!

Zwischen Schnee und Ostern passierte nicht viel. Die Spannung auf der Arbeit und der Endspurt von Martinas Ausbildung sorgten für jede Menge Stress. Zum Glück blieben alle größtenteils gesund und fanden ihre Nischen. Ab und an halfen die wenigen Sonnenstrahlen den Kopf und das Herz wieder aufzutanken. Fasching, Ostern und Familie – Essen, Laufen und ein wenig Schlaf. Dazwischen Arbeit und die Hoffnung den Job nicht zu verlieren. Danach mehr Arbeit und den Kampf das eigene Team zu behalten und weiter mit diesen tollen Menschen arbeiten zu dürfen. Letzteres klappte leider nur so semi-gut so dass wir uns in den nächsten Wochen von der Hälfte des Teams verabschieden müssen. Neue Herausforderungen stehen hier an, es verändert sich. Aber der steige Wandel ist ja ein Motor, der uns auch antreibt. Und jede Veränderung ist ja auch eine Chance, nur um auch die letzte Phrase noch zu dreschen.

Mit der besseren Witterung werden die Ausflüge wieder umfangreicher. Am Ende der Osterferien sind wir auf dem R1 bei Reichelsheim gewandert. Der Sagenweg Wildweibchenstein hat ausgeschrieben etwas über zwölf Kilometer. Für uns am Ende etwas über dreizehn richtig tolle, abwechslungsreiche und nahezu meckerfreie Kilometer. Gestartet sind wir in Reichelsheim von wo aus es erstmal richtig gut bergauf ging. Gleich zu Anfang haben wir uns noch eine Stärkung an einer kleinen Bäckerei geholt und unterwegs ein paar frische Brötchen und Süßgebäck vernichtet. Am Waldrand entlang mit tollem Ausblick bis nach Freiheit-Laudenau. Die fast menschenleeren Wege taten gut, wir konnten mal laut und mal leise sein. Wir konnten so viel rumalbern, wie wir wollten und wir konnten Pausen machen, wann wir wollten.

Wasserfall Fallbach

Nach dem Wasserfall ging es dann vorbei oder besser gesagt durch die Burgruine Rodenstein und über eine kleine Bergkuppe wieder zurück in Richtung Reichelsheim aber nicht ohne nochmal einen kleinen Stopp für ein Eis und Kuchen einzulegen. Ein toller Ausflug, dem ich jedem nur empfehlen kann.

So gut vorbereitet sind wir dann am 1. Mai auf den wesentlich kürzeren Rundweg um die Altrheinschlinge bei Eich aufgebrochen. Die Kids haben gewünscht mal wieder mit der Fähre zu fahren und so sind wir auf dem Hinweg nach Nierstein / Kornsand und dort mit vielen Radfahrern und Fußgängern über den Rhein hinweg. Auf dem Rundweg haben wir die Hütten des Nabu genutzt, um immer mal wieder einen Blick auf den See zu werfen. Unterschätzt haben wir allerdings die Anzahl der Stechmücken – bei uns Schnaken genannt, die bei einigen von uns die Laune etwas gedämpft haben. Aber kurz vor Ende konnte diese dann doch wieder gehoben werden: Die Strandbar am Eich-See bot Eis und kühle Süßgetränke sowie kühles Wasser, um die Füße ein wenig zu beruhigen. Der Weg nach Hause führte uns dann über die Fähre bei Gernsheim, schnell nach Hause und dort den Rest des Tages auschillen lassen.

Wie der Name vermuten lässt, ist der Mannheimer Maimarkt sehr eng mit dem Monat Mai verknüpft. Nachdem wir immer mal wieder Besucher dieser Veranstaltung waren, hatte vor allem unsere Tochter dieses Jahr den Wunsch dorthin zu fahren. Kleintierzelt und Reitturnier zogen. Für unseren Junior klang dies erstmal gar nicht so spannend, bis er dann von der Games-Halle hörte und das dort der Youtuber K.Tze live anzutreffen wäre. Youtube und ist seit ein paar Wochen ein Begleiter nachdem wir Minecraft als gemeinsames Spiel (wieder) gefunden haben. Paluten, EinfachGutaf, LarsLP und natürlich unser All-Time-Favourite Toggo GG bieten abwechslungsreiche Unterhaltung auf Autofahrten. Auf dem Stand von K.Tze waren wir dann sehr überrascht, denn es war nicht einfach nur ein einfaches Komm-Vorbei-Unterschrift-Hol-Ab sondern er hat sich wirklich für jeden seiner kleinen Besucher Zeit genommen. Das führte zwar dazu, dass wir gut eineinhalb Stunden angestanden haben, konnten uns dann aber auch über Pokemon, Minecraft, Fall Guys und Real Life Aktivitäten unterhalten. Besondern freute er sich, dass er die beiden Handycover der Kids signieren durfte – und die beiden freuten sich auch monstermäßig. Nach diesem Spektakel schauten wir dann beim Turnierplatz vorbei und guckten den internationalen SpringreiterInnen zu. Beeindruckend aber irgendwie nicht mein Sport. Da finde ich den Umgang mit den Pferden, den unsere Tochter bei MPL lernt viel schöner – eben mit dem Tier und nicht das Tier als Sportgerät. Essen, Trinken, Kleinigkeiten kaufen und am späten Nachmittag ging es wieder nach Hause. Denn dort warteten unsere Bruteier, die seit einer Woche nun im Brüter liegen. Wie dies ausgegangen ist, könnt ihr demnächst hier lesen und vielleicht auch sehen. Ich halte euch auf dem Laufenden!


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