Bayrischer Wald im Juni 2021

Veröffentlicht von DeHejner am

Ganz im Zeichen von Urlaub stand der Juni. Nicht nur das ich einen Teil meines Jahresurlaubs vor den großen Ferien habe, nein auch der bereits 2019 gebuchte und letztes Jahr verschobene Urlaub im Bayrischen Wald konnte stattfinden. Die Wochen vorher waren zwar noch einmal spannend, täglich beobachteten wir die Regelungen wegen des Lockdown und die Inzidenzwerte bei uns im Landkreis Cham. Die Zeichen standen gut und Martina konnte sogar ganz ohne Einschränkungen dorthin, hatte sie ja die zweite Impfung bereits mehr als zwei Wochen vorher. Bei mir sah es noch einmal anders aus, da wir Sonntags anreisen wollten und ich einen negativen Test nicht älter als 24 Stunden vorweisen musste, ging ich Samstag Spätnachmittag sichtlich nervös zum Testzentrum, um mir mein Ergebnis schriftlich abzuholen. Negativ! Und da negativ das neue positiv ist, durfte ich zumindest mit anreisen, hatte aber immer noch die Verfügung alle zwei Tage zum Test mit der Option ggf. nach Hause geschickt zu werden, sollte hier auch nur der kleinste Fehler passieren. Doch zum Glück, wurde dies am Montag gekippt, der Inzidenz im Landkreis war so lange unter fünf, dass dies nicht mehr notwendig war. Außer den AHA Regeln gab es nun nichts mehr, was uns abhalten konnte. Besonders freuten wir uns auf die Auszeichnung Gewinner des Family Cup 2020 in der Kategorie Küche. Vom Feldberger Hof im Schwarzwald hatten wir ja schon etwas mitbekommen, was so möglich ist, wurden aber leider im Ulrichshof im Bayrischen Wald dann doch etwas enttäuscht. Die Auswahl der Speisen zum Mittag waren eher gering und sehr schlicht (Pastabuffet am Sonntag zum Beispiel bestand aus vier verschiedenen Sorten Nudeln mit drei Sorten Soßen: Bolognese, Spinat und Meeresfrüchte). Auch Abend waren wir nicht sehr begeistert, vielleicht waren unsere Erwartungen doch zu hoch. Nachspeisen waren lieblos, Salatbuffet kaum abwechslungsreich über die gesamte Woche. Wenn überhaupt nur ein vegetarisches, kaum ein veganes Gericht und die Eissorten für die Kinder ließen Vanille und Schokolade (bis auf einen Tag) vermissen, dafür gab es kindgerechtes Heu-Eis. Rohkost gab es in homöopathischen Dosen und leider eingetrocknet. Immerhin gab es Smarties, zwar zum Eis dekorieren, aber immerhin. Bis ein Mensch aus der Küche einer Dame vor mir mitteilte, dass diese nicht pur gegessen werden dürfen, weil sie ja so teuer wären. Bitte was? Das Einzige was wirklich toll war, war das Kuchenbuffet sowohl von Auswahl als auch Qualität. Das erklärt auch die fünf Kilo Gewicht, die ich mitgebracht habe. Und das trotz täglichem Laufen, zehn Kilometer durch den Wald mit ordentlich Höhenmeter und tollen Aus- und Einblicken in die heimische Natur. Auch wenn ich dafür meine Nachtruhe immer recht früh unterbrechen musste, hat es sich gelohnt. Ansonsten war das Hotel gut, für Kinder sehr gut und das ist das was eigentlich zählte. Zwei Indoor Spielmöglichkeiten, eine größer als eine Sporthalle mit allem drum und dran. Ein riesen Waldspielplatz mit Streicheltiergehege und massenhaft Pferde auf dem Gelände zum angucken und streicheln. Innen und außen Schwimmbereiche für Jung und Alt und ganz in der Nähe einen Bachlauf zum Staudammbauen. Das Gelände musste man eigentlich nicht verlassen und das taten wir auch nicht. Bis auf einen Tag an dem wir uns mit Den Wolnzachern beim Waldwipfelweg trafen und den Turm bis auf zweiundfünfzig Meter nach oben spazierten. Zwischendrin gab es immer wieder Abkürzungen, die Philipp und ich gerne annahmen und uns durch Geflechte aus Drahtseilen innen und außen am Turm nach oben kletterten. Manchmal schon ein merkwürdiges Gefühl, so außen auf dreißig Metern zu hängen und nur diesem Drahtgeflecht zu vertrauen, freier Blick nach unten. Diese Mutprobe hatte ich dann oben auf dem Turm noch einmal. In die Plattform selbst waren Netze eingebaut auf die man gehen konnte, auch hier mit freiem, ungehinderten Blick nach unten – Zweiundfünfzig Meter bis zum Boden. Alles wackelte und vibrierte etwas aber toll war es. Zwei Tage Ponyreiten mit Mama und Papa am anderen Ende des Stricks waren aber dann doch das Highlight schlechthin. Noch heute wird oft von Amanda, Theo, Moreen und Fee gesprochen.

Und dann, dann folgte eine weitere Woche ohne Arbeit – ach nein, Stopp! Nach dem vor dem Urlaub wieder einmal bei einem stärkeren Regen Wasser durch die Garagendecke unsere Zapf Garage getropft war, musste ich wohl oder übel mal wieder rauf und fixen. Der Grund war auch recht schnell gefunden: Zum einen hat sich in den Jahren die Garage an einem Punktfundament um gut zwei Zentimeter gesenkt und zum anderen sind dadurch die Unebenheiten auf dem Dach selbst von bis zu drei Zentimeter hohen Vertiefungen auf zwei Meter Diagonale noch stärker von Wasserpfützen betroffen. Diesmal also mehr als nur Dichtmittel streichen. Ich habe die Kiesschüttung auf den kompletten einundzwanzig Quadratmetern entfernt – fein säuberlich in Eimer geschaufelt und mit der Leiter runter getragen. Danach die Unebenheiten mit Estrich ausgebessert und so verspachtelt, dass alles wieder in Richtung Abfluss gehen sollte. Während die Bitumenfarbe über mehrere Tage trocknete, habe ich dann den Kies durchgesiebt und den feinen Dreck der letzten Jahre entfernt. Zum Schluss dann wieder alles in die Eimer verpackt und mit der Leiter wieder nach oben geschafft. Zum Glück war es in der Woche trocken, etwas Pech allerdings, dass es dabei mehr als dreißig Grad im Schatten hatte. Zur Entspannung konnte ich aber morgens bei den angenehmen Temperaturen Laufen gehen, irgendwie müssen die Pfunde, die der Kuchen hinterlassen hatte ja wieder runter. Aber mit Laufen alleine schaffe ich das gerade nicht, obwohl ich dieses Jahr schon knapp 2.000 Kilometer auf den Sohlen habe, habe ich Probleme das Gewicht zu halten. Eigentlich war ich eh schon ein Kilogramm über dem eigentlichen Soll, aber da kann man ja mal ein Auge zudrücken. Dennoch fällt es schwer, hier weiter runter zu kommen oder es gar zu halten. Vor drei Jahren noch war es bei weniger Sport und Bewegung kein Problem jeden Abend mit einer Portion Eis abzuschließen. Heute darf ich daran nicht mal mehr denken und die Waage geht schon nach oben. Ich konnte bisher noch keine Erklärung finden. Tja und so muss ich mich nun an den meisten Tagen etwas mehr Geiseln. Zumindest dies scheint zu klappen.

Im Garten geht gerade so richtig die Post ab. Die Kirschen waren nach der Urlaubswoche reif und sind mittlerweile komplett abgeerntet. Die Himbeeren machten mir zuerst etwas Sorgen aber nun sind sie auch am reifen und schmecken wieder einmal hervorragend. Selbst der letztes Jahr versetze Birnbaum Alexander trägt richtig viele Früchte, reif sind die natürlich noch nicht, aber sie sehen viel besser aus als die Jahre davor. Tomaten, Zucchini und Kürbis wachsen bei den warmen Nächten und feuchtem Klima wunderbar. Einzig der Flieder Katharina sieht gar nicht gut aus, da scheint etwas an den Wurzeln zu nagen. Sonst wären die ganzen Äste nicht abgestorben. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist ein Ableger, der etwas weiter aus der Erde kommt und noch saftig grün ist. Und ob wir von den Johannisbeeren etwas abbekommen ist die Frage, die Hühner entwickeln sich zu wahren Hochsprungmeistern wenn es darum geht an die roten Perlen zu kommen. Ach ja, Hühner – unser Nachwuchs wächst prächtig. So wie es aussieht haben wir fünf Hähne und vier Hennen ausgebrütet. Kein gutes Verhältnis für unseren Stall und wir müssen schauen, wie wir damit im nächsten Jahr umgehen. Leider ist ein kleiner Hahn verstorben Helle Feder wurde er noch schnell getauft. Für die Kinder ist das zum Glück nicht extrem schlimm, das gehört dazu. Und da wir ja alle im Garten beerdigen ist Helle Feder nun auch bei den anderen Hennen.

Wer hätte gedacht, dass ich mich mal mit dem Thema Wackelzahnpubertät beschäftige. Bis vor wenigen Wochen wusste ich nicht einmal dass es so etwas gibt aber man lernt ja nie aus. Eine tolle Phase in der Kindheit, die allen richtig Spaß macht. Launen, Wütausbrüche und extrem bockiges Verhalten sind der kleine Vorgeschmack auf das was uns in ein paar Jahren erwartet. Wenn man selbst ausgeglichen genug ist, kein Problem. Wenn man selbst Zeit hat, kein Problem. Mit viel Zuhören, Ausnahmen und Kuscheleinheiten bekommt man das eigentlich gut in den Griff. Aber wehe man selbst ist nicht so sehr im Reinen, dann prallen Welten aufeinander. Und wir alle sind ja auch bekannt für unsere manchmal etwas unnachgiebige Art, manche mögen es auch Stur oder dickköpfig nennen. Dass dies anstrengend für alle ist, brauch ich wohl nicht erwähnen. Gut, dass wir mit Garten und Haus viel Freiraum und Ausweichmöglichkeiten für alle haben. Aber ich bin mir sicher, dass es hier noch Steigerungen gibt. Schauen wir mal was uns im nächsten Monat alles erwartet.


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