All Weather February

Veröffentlicht von DeHejner am

An Wetter hatten wir ja alles im Februar. Mit Sahara-Staub angereicherter Schnee, Regen bis zum absaufen, Sonne für kurze Hosen und Frost bis der Atem gefriert. Jeden Tag aufs Neue Abwechslung und mit Kindern jeden Tag eine neue Herausforderung die richtigen Kleidungsstücke zu wählen, so dass sie Morgens nicht erfrieren und Mittags nicht in ihrem eigenen Saft garen. Auch führ unsere Hühner eine neue Erfahrung. Die meisten von ihnen haben das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen und unter den Füßen gespürt. Es war schon witzig anzusehen, wie sie erst gar nicht und dann kreischend und flatternd über das fremde Weiß hinweg sind.

Männerabend

Samstag Abend und ich sitze wieder vor meinem Rechner. Früher völlig normal, da wurde eben gezockt. Aber diese Zeiten sind lange vorbei. Diesmal saßen aber auf der anderen Seite keine Kollegen*innen, sondern Daniel und Thomas. Wir alle haben uns ja im Lockdown sehr isoliert und sind quasi nur über die Kinder an die Außenwelt angebunden. Wir können zum Glück HomeOffice. Zum Glück oder zum Leid? Das ist eine andere Frage. Normalerweise treffen wir uns in so einer Runde noch mit Sebastian und manchmal auch Steffen, nicht oft aber ab und an, zu einer Apfelschorle in einer Örtlichkeit unserer Wahl. Das letzte Mal im Jahr 2020, als man im Sommer noch in Außenbereichen von Gastronomie sitzen durfte. Diesmal aber virtuell mit Selbstversorgung. Zunächst etwas ungewohnt aber dennoch schön die Gesichter mal wieder zu sehen und die Themen waren vielfältig drehten sich aber meist um die aktuelle Situation und wie wir sie so als Familien meistern. Wenn es im Lockdown so weiter geht, dann werden wir das sicherlich nochmal wiederholen.

Ausflüge

Wenn man mit Kids im Lockdown ist, muss man ab und an die Köpfe ein wenig lüften. Unter der Woche steht zumeist Garten, Spielplatz oder ein kleiner Spaziergang – mit (Lauf-) Rad, Roller, Kettcar oder zu Fuß. Am Wochenende darf es aber auch mal etwas mehr sein und so hat es sich mittlerweile etabliert, dass wir am Sonntag gemeinsam unterwegs sind.

Anfang des Monats ging es auf die Starkenburg in Heppenheim. Start war der große Parkplatz in der Stadtmitte und von dort aus erst ein wenig durch die Innenstadt und dann den ausgeschilderten Weg in Richtung Burg nach oben. Das Wetter war trüb, neblig und wir sind viel in den Wolken unterwegs gewesen. Die Wege schmutzig und matschig und die Luft feucht. Die Stimmung aber hervorragend und wir hatten jede Menge Spaß. Auch haben wir auf dem Weg dorthin ein paar interessante Fakten zu unserem Sonnensystem kennengelernt und einen kleinen Blick auf die Sternwarte werfen können.

Der nächste Ausflug durfte etwas größer sein. Wir wollten auf den Melibokus. Bereits im Januar sind wir Mittags schon mal ein Stück vom Schloß nach oben gewandert, aber zeitlich dann abgebrochen. Diesmal ging es mit mehr Vorbereitung gleich in den Morgenstunden nach Alsbach auf den Schloßparkplatz. Es war sonniges Wetter angekündigt und auch deswegen wollten wir vor der breiten Masse an Menschen auf dem Turm sein. Das tolle an der Wanderung ist, dass die Wege eine recht kontinuierliche angenehme Steigung haben, breit genug sind, um sich aus dem Weg zu gehen und jede Menge Abwechslung bieten. Hier mal eine Kurve, da mal eine Steilwand und dann wieder Baumstümpfe, Sträucher und sonnige Abschnitte. Die Zeit verging ziemlich schnell und nach etwas über einer Stunde waren wir oben. Das letzte Stück war noch mal etwas steil und wir kämpften aber die Moral war gut und die Aussicht auf Mittagessen beflügelte. Oben angekommen waren wir nicht alleine, um diese Uhrzeit sind dann doch schon viele Mountainbiker unterwegs. Das war früher auch anders. Ein Hotspot war der Turm schon immer aber Sonntags um elf waren keine 40 Fahrräder da oben. Egal. Wir fanden ein Plätzchen für ein Selfie in die Rheinebene und dann ganz wichtig einen ruhigen, sonnigen Platz für unser Mittagessen. Wir hatten uns mit frischem Gemüse, Brötchen, Käse und Würstchen bewaffnet. Für den Nachtisch gab es noch Pfannkuchen vom Frühstück und andere kleine Leckereien. Nach der Pause ging es dann auf anderen Wegen wieder hinab, teilweise im Sprint, denn der Junior wollte mal wissen wie schnell man bergab rennen kann. Und ja, das kann er. Völlig angstfrei lässt er es einfach laufen, da muss man schon schauen, dass man gut hinterher kommt, vor allem wenn man einen Rucksack auf dem Buckel hat. Am Nachmittag war dann nur noch chillen im Garten mit den Drei ??? Kids auf dem Programm.

Wanderung zum Melibokus - Die ganze Strecke
Wanderung zum Melibokus – Die ganze Strecke

Wenn der letzte Tag des Monats ein Sonntag ist, gibt das nochmal Zeit für eine kleine Wandertour. Da wir diesmal nur zum Nachmittag unterwegs sein konnte, fiel diese nicht ganz so weit aus. Was die Wege von der Zwingenberger Altstadt und die Weinberge aber nicht weniger attraktiv macht. Nun sind diese aber schon an vielen Stellen sehr steil, toll für bergauf Sprints, die unser Junior auch mal probieren wollte. Auf dem Weinlagenweg selbst war auch nicht so viel los, schlimmer wurde es dann auf dem Blütenweg. Das hat die Stimmung ein wenig gedrückt und wir hatten diesmal etwas mehr Gemecker als sonst. Auch die Aussicht auf Eis und Spielplatz konnte hier nur wenig über die Meter helfen. Aber am Ende waren alle wieder glücklich, das Schokoladen- und Vanilleeis schmeckte und der Spielplatz bot genug Sand und Klettergerüste, um sich nach der Wanderung noch etwas auszutoben.

Wanderung durch die Zwingenberger Weinberge

WorkLifeBalance

Seit der Ansage im Dezember, dass der Kindergarten nur für die, die wirklich nicht anders können, geöffnet ist, waren wir mit den Kindern zu Hause. Einen Großteil davon habe ich ja in Absprache mit meinem Arbeitgeber als #HomeOfficeWithTwins realisiert. Das hat Spaß gemacht. Das war aber auch verdammt anstrengend. Das hat aber auch nur funktioniert, weil ich extrem flexibel arbeiten konnte und zwischendurch immer mal wieder Zeit für die beiden Kurzen hatte. Nun kam im Februar diese eine Woche in der die Flexibilität mal nicht so klappt, wir nennen es nach SAFe Program Increment Planning und treffen uns mit mehr als einhundert Menschen virtuell, um die nächsten zwölf Wochen abzustimmen. Da bleibt für die Kinder aber an vier Tagen keine Luft. Von daher haben wir uns entschieden für diesen Zeitraum die Betreuung im Kindergarten in Anspruch zu nehmen. Zeitgleich kamen auch von den Kindern die Rückfragen, warum ihre Freunde denn jeden Tag in den KiGa gehen und sie nicht. Da unsere Kinder aber keine Maschinen sind, die man mal in hier und dann mal dorthin schiebt, je nachdem wo man sie gebrauchen kann, hatten wir uns auch vorgenommen, sie weiter dort zu lassen. Das passte aber auch sehr gut zu den Ankündigungen und jetzt umgesetzten Maßnahmen. Für mich passt dies aber auch sehr gut, da ich im Moment sehr viele Tätigkeiten sehr früh Morgens erledige und dann eine kurze Pause für den Weg in den KiGa einlegen kann. Wir haben hier auch unser tolles Ritual entwickelt. Auch wenn manchmal etwas schief geht und ich wegen fehlender Handschuhe und hart weinendem Kind einen morgentlichen Sprint nach Hause antreten muss. Intervall Training der anderen Art.

Was sonst noch geschah

Ich bin ja der Faschings-Grinch. Aber zumindest meine Kinder haben Spaß am verkleiden und wir waren froh, dass wir die Entscheidung zum Besuch des Kindergartens doch so treffen mussten, dass beide die Faschingszeit in ihren geschlossenen Gruppen miterleben und mitgestalten durften. Mehr Möglichkeiten gab es ja nicht – und das ist auch gut so. Ich selbst bin sehr überrascht, dass die vielen Jecken doch extrem vernünftig waren und man zumindest in den Medien keine großen Eskarparten zu sehen bekam. Und wann hätte sonst unsere Prinzessin (Zuckerpups oder eher KönigsDOCHter?) zusammen mit ihrem (Mighty Midnight) Ninja die Straßen unsicher machen können. Sicher nicht zu unseren Baumfällaktionen. Denn wenn es nicht regnet und die Vögel noch keine Nester bauen, sie fangen ja bekanntlich nicht vor dem ersten März damit an, dann ist es an der Zeit die Motorsäge zu schwingen. Zum einen gab es an der Bauernkirche ein paar Birken, die ihren Zenit schon lange überschritten haben und zwei davon so morsch waren, dass eine Gefahr durch herabfallende Äste bestand und zum anderen gab es bei meiner Tante ein paar alte, dürre Büsche, für die sich kein Gartenservice bereit erklärte sie zu entfernen. Letzteres war in zwei kurzen Sessions erledigt, einen Freitag Mittag mit der Säge durch die Stämme gefahren und die feinen Äste aus dem Zaun gepflückt und einen weiteren Tag mit vereinten Kräften die Büsche auf einen Hänger geladen, um sie zur Kompostierung zu fahren. Die Bäume an der Bauernkirche waren da schon etwas aufwendiger zumal es aktuell jede Menge Schaulustiger gibt, die extreme Angst um die morschen Bäume haben: „Werden hier jetzt alle Bäume gefällt?“ Nein, aber man wird auf seinem Grundstück ja wohl mal einen oder zwei von zwanzig fällen dürfen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Lassen wir doch mal die (Bauern)Kirche im Dorf! Was die Aktion spannen machte war das komplette fällen, also das Umwerfen auf einen bestimmten Punkt mit Fällkeil und Fällschnitt. Bei einem hat es extrem gut funktioniert, ein anderer hat sich leider etwas störrisch angestellt und ist eher zu seinem Nachbar gekippt, da half auch kein ziehen am Seil. An Ende lag aber auch er auf dem Boden und konnte in kleine Stücke zerlegt werden. Die Kids waren mit Feuereifer dabei und haben wie wild geschnippelt, geschleppt und zu Hause dann auch noch gestapelt. In zwei Jahren wird und das Holz dann noch einmal warm machen, dann gemütlich auf der Couch.

Gelaufen bin ich ja auch ein wenig. Jeden Tag ein wenig. Zusammen rund 295 Kilometer in 28 Einheiten. Manchmal hat es richtig Spaß gemacht, vor allem der Tag mit der kurzen Hose und dem T-Shirt. Manchmal war es aber auch sehr hart sich für eine Einheit aufzuraffen. Gerade aber in der Zeit, in der ich zwischen Arbeit und Kinderbetreuung hin- und her gerissen wurde, war die Stunde Bewegung sehr wichtig für die Birne. Außerdem hilft es das Gewicht einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Wobei ich mich manchmal fragen, ob es hier nicht ein Henne – Ei – Problem gibt. Laufe ich um zu essen, oder esse ich um zu laufen? Eine spannende Frage, wie seht ihr das? Ich bin gespannt, ob das im März so weiter geht und wie ich dies mit der Vorbereitung für den Wings For Life World Run unter einen Hut bringe.


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