Time Laps 2020 December

Veröffentlicht von DeHejner am

Welches Jahr ist es es? fragt der Zeitreisende. Zweitausendzwanzig! antwortest du. Der Beginn der Pandemie und Start der Veränderung der Welt, das waren verrückte zehn Jahre, sehr gut. lächelt der Zeitreisende und läuft freudig hüpfend davon.

Die Veränderung der Welt. Wir lernen gerade, dass an #Corona nicht alles schlecht ist. Sicher haben wir – gerade zwischen Weihnachten und Silvester, wo ich diese Zeilen schreibe – ein paar härtere Einschränkungen und sicher scheint es auf dem Land etwas einfacher zu sein, als in den Städten. Vielleicht ist es noch einfacher, wenn man in Mehrgenerationenhäusern zusammen wohnt? Aber vielleicht ist das auch ein Lerneffekt, den wir in der nächsten Zeit noch mitnehmen. Vielleicht gibt es aber noch mehr zu lernen. Wenn ich an den Wandel denke, den ich in diesem Jahr erfahren habe und wie einfach das an vielen Stellen ist, denke ich mir, dass es manchmal nur an fehlender Aufklärung liegt. Bestätigt hat mich hier der Film Eating Animals, den wir vor kurzem gesehen haben und ich bin mittlerweile der Meinung, dass es nicht nur die Verbraucher sind. Warum sollte sich die große, träge Masse an Menschen ändern, wenn im Supermarkt in der Werbung und im Regal immer das gleiche, billige Fleischgericht zur Verfügung steht und der Zugang zu einfachen, fleischlosen Gerichten fehlt? Vielleicht ist es mein Umfeld in welchem ich aktuell sehe, dass sich was tut und das gibt mir Hoffnung. Gerne helfe ich, wenn sich jemand wandeln möchte mit Quellen zum Lesen, mit einfachen Rezepten und tollen Alternativen, die man nur kennen muss.

Eine Sache durfte ich dieses Jahr auch noch lernen. In unserem Landkreis ist der Inzidenz über Wochen kontinuierlich gestiegen und man hat dann verkündet, dass der Kindergarten drei Tage vorher schließt. Nun, nicht wirklich schließt, sondern in eine selbst verantwortende Notbetreuung geht. Bring dein Kind nur dann, wenn es wirklich, wirklich dringend notwendig ist. Da meine Frau gerade ein Praktikum in einem Kindergarten macht und dieser für die Mitarbeiter*innen ganz normale Arbeitszeiten hat, war ich dieses Mal dran spontan meine Arbeitszeiten umzuwerfen, Überstunden abzubauen und über den Tag verteilt immer Mal wieder etwas zu tun. Dank meiner Tätigkeit und der Möglichkeit meines Arbeitgebers – #WorkLifeBalance wird ja bei uns wirklich ganz gut gelebt – funktionierte dies auch irgendwie. Dienstag holte ich während meiner Telefonkonferenzen die Kinder ab und verbrachte den Nachmittag mit ihnen. Mittwoch und Donnerstag stand dann #HomeOfficeWithKids an. Wir hatten vorher einen kleinen Plan aufgestellt und in der Zeit in der ich nicht zwingend arbeiten musste, nahm ich mir diese dann auch für die beiden exklusiv. Zu meinen festen Terminen am Tag, war ich im Büro und bekam auch nur ab und zu mal Besuch, ganz leise und neugierig aber auch mit viel Spaß vor der Kamera und manchmal auch mit vielen, vielen Fragen: Warum reden die alle da zusammen? Was schreibst du da für Buchstaben? Donnerstag hatten wir dann auch noch mit Oma und Opa vereinbart, dass sie den späteren Vormittag und das Mittagessen dort verbrachten. Dafür sind wir unheimlich dankbar! Ansonsten haben uns Buntstifte, kleine Matchbox Autos und Lego in verschiedenen Größen beschäftigt, aber auch digitale Medien halfen dabei die Zeiten zu überbrücken. Beide haben ja seit ihrem Geburtstag jeder ein eigenes Tablet mit sehr eingeschränkten Rechten und ich bin seit dem echter Fan der KiKaNiNCHEN App. Toll aufbereitet, interaktiv, Spiele mit Lerneffekten und Übungen, Gebrauch von Kamera, Mikrofon und Aktivitäten vor dem Gerät. So muss man bei einem Spiel klatschen, damit sich die Figur bewegt, andere Tiere kann man individuelle Laute übers Mikrofon verpassen. Das macht richtig Laune da zuzuschauen und auch für mich ein guter Grund Gebühren für öffentlich rechtliche zu zahlen.

Gleich zum Anfang des Monats hat es geschneit. Und wir mussten noch vor dem Frühstück raus. Bei uns ist Schnee ja eher etwas seltenes. So war der Tag auch sehr besonders. Der Weg zum Kindergarten war erfüllt mit viel Jubel und Gejauchze, jeder Menge Spaß in der tollen weißen Pracht. Das erste Mal die Schneehosen auspacken und mit Schneebällen werfen. Nachmittags dann einen Schneemensch – wir waren uns nicht sicher, ob es ein Mann oder eine Frau ist – bauen, die Kugeln selbst rollen, Nase und Augen suchen und einfach jede Menge Spaß im Garten zu haben. Leider taute es am nächsten Tag schon wieder und nur die Schneefigur erinnerte noch an diesen Tag. Aber man merkte, dass es auf Weihnachten zu geht. Nach und nach wurde überall die Deko aufrüstet und auch wir haben zum Vorjahr die eine oder andere Veränderung angebracht. Weniger Nachhaltig, dafür aber sehr schön ist die Beleuchtung des in diesem Jahr gebauten Hühnerstalls. Mal schauen, ob ich mir für nächstes Jahr noch die Mühe mache und den Hühnern eine Futterkrippe und einen Papp-Esel dazu stelle. Um so nachhaltiger wird dafür unser Christbaum sein. Wir wollten keine Tanne dafür mehr fällen lassen, die nur dazu dient danach weggeworfen zu werden. So haben wir aus dem Holzstapel, der noch nicht zu Brennholz verarbeitet wurde, einen Stamm und ein paar Äste ausgesucht und gemeinsam mit Bohrer, Leim und Holzdübeln (teilweise aber auch Schrauben) ein Grundgerüst für einen Baum geschaffen. Aus dem Birkenstamm habe ich dann noch einen Sockel gesägt, so dass der Baum auch stabil stehen kann. Über #FreeYourStuff haben wir dann aus dem Nachbarort noch drei große Zweige aus einer Tanne bekommen und diese kleiner geschnitten an den Ästen befestigt, Lichterkette drumherum und unser Baum steht. Zeit am vierten Adventssonntag für die Kinder mit der Deko zu beginnen und ich finde, das haben sie wirklich toll gemacht. Ich glaube Nachhaltigkeit wird mein #WortDesJahres2020. Einzig bei den Adventskalendern für die Kinder waren wir nicht aufmerksam genug und haben uns ein wenig hinreisen lassen. Hier haben wir leider jede Menge Plastikmüll verursacht. Mal schauen, wie wir dies nächstes Jahr hinbekommen, denn eigentlich sind bei uns die Wichtel unterwegs und bringen bringen jeden Tag etwas. Dafür steht in unserem Hausflur ab Ende November eine kleine Tür, die sich am ersten Dezember öffnet und die Wichtel in der Nacht zu uns kommen lässt. Diese haben dann jede Menge Spaß, spielen meist mit dem Kinderspielzeug und lassen immer eine Kleinigkeit an Schokolade da. Ich verstehe aber auch das Bedürfnis nach einem Kalender und Türchen, die man aufmachen kann. Der Spannung, die dahinter steckt zu wissen, dass es da noch etwas gibt aber nicht zu wissen was sich am nächsten Tag verbirgt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dies hinbekommen.

Auf dem Weg zum Weihnachtsabend kommt zwischendurch noch jemand vorbei, richtig, der Nikolaus. Nun bei uns kam er nicht als Person sondern brachte Corona-Konform nur die Geschenke. Dazu saßen wir im kleinesten Familienkreis zusammen, aßen ein wenig Kuchen und jede Menge Plätzchen. Solche Tage sind wichtig für das Seelenheil aller. Die Türchen auf dem Adventskalender wurden weniger und die Frage-Frequenz nach dem Wieviel Schlafen noch bis Weihnachten? wurde häufiger. Und dann war es soweit, der Tag der Tage ist da. Dazu kommt noch, dass es zwei Events an diesem Tag gibt und dieses Jahr sogar noch einen besonderen: Oma Lindi wird siebzig Jahre alt. Leider keine große Feier, leider nur Besuche und Gratulationen über das Hoftor hinweg. Aber zumindest im kleinsten Kreis konnten wir uns bei ganz viel Kuchen zusammen setzen und vom Geburtstag nahtlos zur Bescherung unterm Tannenbaum übergehen. Unser Teil für die Erwachsenen fiel ja aufgrund meiner Spendenaktion kleiner aus. Wir hatten zusammen mit den Kindern für alle Beschenkten eine Packung Merci gekauft und um die einzelnen Schokoladenstücke Papierchen geklebt. Auf diese Papierchen hatten wir dann Gefühle geschrieben, die wir vorher gemeinsam gesammelt hatten: Mutig, Sauer, Lustig, Fröhlich und so weiter. Mit Feuereifer waren wir alle dabei. Für die Kinder aber wurden Wünsche war. Hatten sie ja die Wochen vorher Schleich und Bruder (Online) Kataloge gewälzt und wir durften jede Menge Dinge aufschreiben. Nun haben wir einen Tiertransporter, der die Tiere vom Stall auf die Weide fährt, einen Mähdrescher, der unseren Weizen erntet und jede Menge Kipper zum Transport. Beaufsichtigt wird das ganze von einer Polizei-Pferde-Pickup Kombination und ich kann euch sagen, jetzt ist was los bei uns. Aber auch ein grün-rosa Einhorn Schiff kann nun endlich die Feen von den Stallungen zum Schloss fahren. Was wir in den letzten Jahren gelernt haben und seit dem an den größeren Events im Jahr praktizieren: Kuchen und Schokolade sind auch mal vollwertige Mahlzeiten. Und wenn man sich (selbst ja auch ;-) ) dann mit Kuchen schon gut satt gegessen hat, bleibt Abends nicht mehr viel Platz. Auch wenn wir diesen genetisch bedingten zweiten Magen für Kuchen und Schokolade besitzen wie meine Tochter immer so lieb sagt. Aber wenn sich die zwei dann trotzdem an den Tisch setzen und alle was sie essen wollen, ein Stückchen Brot, Gurke und Paprika ist, dann kann es nicht so falsch sein, was wir tun. Und dann stehen hier ja auch die vielen neuen Sachen rum und eigentlich haben wir gar keine Zeit. Aber es ist wichtig, dass die Bescherung vor dem Abendessen ist, sonst wäre die Spannung über den Tag wohl kaum auszuhalten und die Müdigkeit nach dem Essen ist deutlich spürbar.

Die größere Herausforderung ist an diesen Tagen eher das Haus zu verlassen und ein wenig Bewegung zu verschaffen. Zum Glück finden sie den Wald toll und wir haben mit Gernsheimer, Alsbacher und Jägersburger doch eine sehr große Auswahl in extrem kurzer Reichweite. Philipp sammelt jetzt schon für sein Osternest, weil das ja als nächstes kommt. Planerisch gut aufgestellt und immer vorbereitet, sammeln wir also jetzt schon Moos und viele Zweige. Aber auch im Ort, gibt es immer Mal wieder ein paar gute Gründe raus zu kommen. Zu Fuß zum Bäcker, um sich sein Essen selbst auszusuchen, zur Tankstelle, um ein Paket für die Oma Eva, Opa Erich und die Godi Monika abzugeben und natürlich zum Hofladen Kehr, bei dem es ja nicht nur Obst und Gemüse zu kaufen gibt, sondern der auch immer Mal so tolle Events macht wie Kartoffel sortieren. Eine gute halbe Stunde können sich die zwei da schon Zeit nehmen, um zuzuschauen wie die Kartoffeln vom Anhänger über die Sortierbänder laufen und dort manuell durchgeschaut werden. Manchmal dürfen sie auch die Klappe wenden, wenn ein Kartoffelsack voll ist und der andere befüllt werden muss. Manchmal schauen wir aber auch zu, wie die Schweinhälften an den Schlachttagen fachgerecht auseinander genommen und zu Wurst verarbeitet werden. Ebenso schauen wir auch bei den Hühnern zu und beide empfinden keinen Ekel daran. Ich finde es wichtig und wir reden auch darüber, dass wenn man Fleisch essen möchte, dafür Tiere geschlachtet werden. Es kommt drauf an, wo es herkommt, wie es behandelt wird und welche Mengen man konsumiert.

Spendenlauf 2020 Collage
Spendenlauf 2020 Collage

Gelaufen bin ich diesen Monat auch. Also eigentlich bin ich fast den ganzen Dezember gelaufen. Und wenn nicht, dann war ich mit dem Rad zur Arbeit unterwegs. Dafür sind die Einheiten ein wenig kürzer geworden aber es wird bei egal welchem Wetter gelaufen. Ich habe es ja für meine Spendenaktion so versprochen. Mit den rund 320 habe ich dann die 3.580 Jahreskilometer voll gemacht, so viel wie in noch keinem Jahr davor. An dieser Stelle ein Shout-Out an meine Familie, die mir dies irgendwie immer ermöglicht hat! Im Gegensatz dazu gerade mal 930 Kilometer auf dem Rad verbracht was zumeist die Fahrten nach Darmstadt ins Büro sind. Und wäre ich mehr als die 700 Meter im August geschwommen, könnte man schon bald von einem Triathleten sprechen. Wie gesagt, es ist nicht alles schlecht gewesen in 2020.


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