Twentynine Days – Februar 2020

Veröffentlicht von DeHejner am

Als Schaltjahr (lateinisch annus intercalarius oder annus bissextus) wird in der Kalenderrechnung ein Jahr bezeichnet, das im Unterschied zum Gemeinjahr einen zusätzlichen Schalttag oder Schaltmonat enthält. (Quelle: Wikipedia)

Was kann man mit einen zusätzlichen Tag im Jahr alles anfangen? Wir haben uns zum einen sehr viel mit Gartenarbeit beschäftigt. Dass dies möglich war, ist unter anderem dem doch recht milden Monat zu verdanken und dass wir nicht unbedingt pingelig sind, was das Wetter angeht. Seit längerer Zeit spielten wir mit dem Gedanken, dass wir den hinteren Bereich im Garten, dort wo unser Hühnerhaus steht, etwas umgestalten wollen und die große Fichte weichen soll. Die Entscheidung, die Fichte zu fällen – immerhin ist sie gut 45 Jahre alt und wurde von meinen Eltern als kleiner Sämling aus dem Schwarzwaldurlaub mitgebracht – fiel uns nicht leicht, der Baum war sehr gesund. Leider hatte er mit rund 25 Meter Höhe und 10 Meter Durchmesser eine Größe erreicht, die auf der Fläche nicht mehr tragbar war. Mit einigen Überlegungen dies eventuell selbst zu machen wägten wir nach ein paar Preisauskünften dann aber schnell ab, dass wir dies besser einem Profi überlassen. Preislich und Zeitlich fiel unsere Wahl auf den Gartenservice Kuhn. Termin war der 10. Februar. Am 1. Februar meinte mein Vater, dann dass sie überlegten die Birke vor unserem Carport auch gerne weg machen zu lassen. Diese war noch ein paar Jahre älter und hatte schon ordentlich gelitten. Besuche von Weidenrindenbohrern und Hornissen. Hier traute ich mir aber aufgrund der Höhe und des Platzes aber selbst zu, die Fällung vorzunehmen und so wurde spontan der Samstag zum Fälltag. Mit Leiter, Gerüst und diversen Sägen startet ich früh und fing an die weit verzweigten Äste seitlich zu entfernen. Als dies gegen Mittag dann geschafft war, entschieden wir uns dann den restlichen Baum einfach umzuwerfen und den Rest am Boden zu verarbeiten. Wie gut dies funktioniert hat, könnt ihr in dem nachfolgenden Video sehen.

Im Nachhinein habe ich ein paar Fehler erkannt und auch mit ein paar Experten gesprochen. Die Aktion war nicht ganz ungefährlich aber auch nicht ganz so dilettantisch wie es das Video vermuten lässt. Nun hatten wir schon mal Holz eines ganzen Baumes in der Lagerhalle und es sollte noch einer hinzu kommen. Doch dann kam Sabine und sie kam genau am 10. Verständlicherweise wurde unser Termin verlegt, denn der Baumkletterer wollte nicht bei 120 km/h Böen auf 20 Meter Höhe sitzen und Äste von 3 Meter Länge entfernen. Neuer Termin: Rosenmontag. Also noch einmal Urlaub nehmen und alles vorbereiten. Am Tag selbst ging es dann auch recht zügig, mit Steigeisen, Gurten und einer Minikettensäge bewaffnet kletterte er den Baum hinauf, sägte nach und nach die langen Äste ab und seilte sie hinunter. Ich nahm sie ab und schleifte sie einmal über das Grundstück zu unserem Sammelplatz wo wir sie dann klein schneiden wollen. Es dauerte bis Mittag, bis alles Äste weg waren und die Baumkrone abgeseilt wurde. Ab dann wurde es spannend, beginnen mit ein Meter Stücken wurde nun Stück für Stück der Stamm abgeschnitten und zielgenau aus der Höhe auf die kleine Landefläche von rund sechs Quadratmeter abgeworfen. Das rumste ganz ordentlich. Bis auf vier bis fünf Meter wurde so gearbeitet und zum Schluss dann der Rest mit einer gezielten Fällung auf den Rasen geworfen. Im Video sieht man deutlich den Unterschied zu meiner laienhaften Herangehensweise.

Fichte in voller Größe
Fichte in voller Größe
Baumkletterer
Baumkletterer
Fällen wie ein Profi, da brauch es keine große Säge.

Was wir bei der Birke mittlerweile geschafft haben – nämlich das komplette Wurzelwerk zu entfernen – steht mir bei der Fichte nun noch bevor. Aber wir haben uns nicht nur im Garten vergnügt. An dem Abend als wir die Birke gefällt haben, trafen wir uns mit Freunden zum Essen. Dies war unser gemeinsames Geburtstagsgeschenk und wir hatten uns das Radieschen in Eberstadt ausgesucht. Ich selbst war das erste Mal dort und bin super überrascht worden. Als rein vegetarisch / veganes Restaurant passt es mittlerweile genau zu meiner Speiseplan. Und auch wenn ich noch vor ein paar Jahren Witze darüber gemacht habe, habe ich den Abend dort sehr genossen. Zum einen wegen der tollen Gerichte, vor allen Dingen aber auch im Kreis mit guten Freunden zusammen zu sitzen. Die Kinder übernachteten an diesem Abend nämlich bei Oma und Opa und kamen erst am nächsten Morgen nach dem Frühstück zurück. Eine Premiere, die richtig toll war und wir alle gerne mal wiederholen wollen.

Wir haben ja ein Talent für besonders blöde Ideen. Einen Ausflug an den Rhein, da die Kinder sich gewünscht haben, dort mal den Strand in der Nähe der Nato Straße zu sehen. Da ich bei meinen längeren Läufen dort öfter vorbeikomme, hatte ich ab und an schon mal davon erzählt. Nun, der 8. Februar ist bestimmt ein Datum, welches sich nicht jeder für einen Strandbesuch aussuchen würde. Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter und so ging es rein in die Matschhosen und mit Eimer und Schaufel bewaffnet auf zum Strand. Sagen wir so – der Rhein hatte Hochwasser – vom Strand war nicht viel zu sehen – es war insgesamt sehr frisch, etwas windig aber die Stimmung war gut. Spannend war vor allen Dingen der Hinweg, der sich mit den Kindern dann doch etwas länger zog als wenn ich mit einer 5er Pace dort entlang laufe, denn kurz zuvor muss der Rhein noch wesentlich weiter über die Ufer getreten sein. Der komplette Weg war voll mit Treibgut. Wir spielten eine ganze Weile, sammelten Muscheln und gruben Gräben. Und nach so einem Tag hatten wir uns Abend eine Belohnung verdient: Es gab Doag Knedl mit Karottengemüse, unter anderem auch als Vorbereitung für meinen Frühjahrslauf am Badesee.

Rhein am Limit
Rhein am Limit

Das Wochenende danach hatte ich sturmfreie Bude. Meine Frau und die Kinder brachte ich am Freitag Morgen zum Bahnhof. Und dann folgten ein paar merkwürdige Tage. Seit über vier Jahren war es das erste Wochenende ganz alleine zu Hause. Nicht das mir langweilig geworden wäre, die Firma Desto hatte ein paar Aufgaben zu bewältige. Der Esstisch durfte neu geölt werde, die Wohnung wurde geputzt an Stellen an denen man sonst nicht so hin kommt, wenn man nicht viel Zeit hat und im Garten stand noch der tief verwurzelte Baumstamm der Birke. Und zur Entspannung habe ich die ersten Teile der Steuererklärung vorbereitet. Trotzdem war unheimlich viel Zeit übrig. Es ist schon heftig wie viel leere Zeit drauf geht, wenn man diese nicht komplett selbst bestimmen kann, sondern ab und an mal auf andere Rücksicht nehmen muss. Alleine die Zeit, die ich morgens sonst nicht nutzen kann, wenn die Kinder noch schlafen oder die man so am Tag wartet bis die müden Krieger sich vom Wohnzimmer zur Haustür bewegt haben, um dort angezogen zu werden. Wie viel Zeit mit Diskussionen drauf geht, ob jetzt auch wirklich der Moment ist, dies oder das zu tun, wo man doch so viel anderes eigentlich tun wollte- es nur vorher nie gesagt hatte. Das Wochenende war eine Erfahrung aber auch eine kleine kulinarische Reise, denn ich habe ein wenig experimentiert nach der A Grain, a Green and a Bean Formel von bevegt. Herausgekommen ist unter anderem meine Zucchini, Fenchel & Bohnen Mischung von der ich schon berichtet hatte. Aber ich war auch sehr froh meine drei Lieben am Montag Mittag wieder am Bahnhof in Empfang nehmen zu können.

Altra Escalante 2.0
Altra Escalante 2.0

Gelaufen bin ich auch ein paar Mal – vierzehn Einheiten um genau zu sein – und habe dabei 217 Kilometer zurück gelegt. Wahrscheinlich hätten es noch ein paar mehr sein können, aber die Baumfällungen und Aufräumaktionen hatten hier etwas Vorrang. Außerdem zwickte mein rechter Fuß ein wenig gegen Ende des Monats, so dass ich hier ein paar Tage Pause gerne genommen habe. Aber es gab auch einen Neuzugang in meinem Schuhschrank: den Altra Escalante 2.0. Mal wieder aus meiner Twitter Timeline inspiriert schlug ich bei einem Sale zu. Ich wollte unbedingt die große Zehenbox ausprobieren und vor allem das andere Laufgefühl des Schuhs, der der völlige Gegensatz zu meinen Hooka One One ist. Die erste Strecke, die ich in Begleiten meiner Familie zurück gelegt habe war schon gut aber es werden komplett andere Beinmuskeln aktiviert. Viel mehr Vorfußlauf forciert. Das wird spannend für mich.

Zum Schluss? Wieder ein Monat, den ich erkältungsfrei überstanden habe. Nicht, dass die Versuchung aktuell recht groß wäre, die Kinder sind im Februar doch wieder im Wechsel angeschlagen. Fasching konnte ich dieses Jahr sehr gut ignorieren, denn an dem Wochenende hatten wir einen wichtigen Termin bei uns zu Hause mit Freunden zum Stockbrot machen. Zur Vorbereitung hatten wir einige Stöcke aus der Umgebung geholt, die Kinder haben mit ihren Messern die Rinde abgeschnitzt und dann haben wir sie gut drei Stunden über glühender Kohle getrocknet. Zum Schluss noch fein säuberlich abgeschliffen, so dass der leckere Teig nicht gar so kleben bleibt. Der Nachmittag beziehungsweise Abend war richtig toll. Die Kinder konnten im Hof spielen und wir Erwachsenen uns recht entspannt unterhalten. Beim Brot und Würsten machen saßen wir dann zumeist auch alle zusammen um die Feuerschale herum und konnten uns zusätzlich noch mit Hummus, Rohkost und einem Kräuterquark den Baum voll schlagen. Sehr gerne wieder! Schauen wir auf den März, dann zeigt mir der Kalender sehr viele Flohmärkte und Basare für Kindersachen aber auch mit dem Training für den Frankensteinlauf sollte ich März mal anfangen und vielleicht die eine oder andere Einheit mal in Richtung Alsbacher Schloß unternehmen. Oder ich mache es wie die Jahre zuvor und gehe dort einfach zum Laufen hin. Es soll ja Spaß machen.


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