Feldberg im Schwarzwald

Veröffentlicht von DeHejner am

Ein Woche Urlaub im Schwarzwald, eine Woche Höhenmeter sammeln und eine kleine Vorbereitung für den Melibokuslauf. Da wir uns in ein familienfreundliches Hotel direkt an der Talstation der Feldbergbahn mit einem All-Inclusive Paket eingebucht hatten, musste ich mir überlegen, wie ich die Kalorien der vier Mahlzeiten pro Tag einigermaßen in den Griff bekomme. Warum also nicht ein wenig auf dem Feldberg rumlaufen – dachte ich mir.

Freitags reisten wir an und ich wollte direkt Samstag früh los zu meiner ersten Runde. Auf GPSies hatte ich mir zu Hause schon eine Runde ausgeschaut – merkwürdigerweise gab es kaum eine weiter als 14km. Warum?

Der Feldbergsteig

Ziemlich genau um 06:00 Uhr am Samstag Morgen startet ich meinen Lauf, um den kurzen Weg des Feldbergsteig (12km) noch vor dem Frühstück absolviert zu haben. Für diese Strecke brauche ich normalerweise rund eine Stunde, ein wenig Puffer für die Höhenmeter drauf: „Um kurz nach sieben bin ich wieder da!“ – rief ich noch…

Der Start am Haus der Natur, dann einen ordentlichen Anstieg auf Asphalt. Ein Kilometer, zwei – nein Stopp! Meine am Abend zuvor schnell herunter geladene Ranger App zeigte mir, dass es hier plötzlich rechts ab über diesen wurzeligen Weg gehen soll. Na gut, ich hatte ja meine Trailschuhe an. Den steilen Weg mehr nach oben gekraxelt als gelaufen, kam ich dann irgendwann am Feldbergdenkmal an und nutze dies für ein schnelles Selfie.

Von dort aus konnte ich auch schon mein nächstes Ziel sehen. Den eigentlichen Gipfel mit der Wetterstation und den Fernsehturm. Los geht’s – erst mal wieder runter, dann wieder hoch. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich mit meiner Stunde nicht ganz hinkommen würde. Hinter dem Fernsehturm, ging es dann links ab einen steinigen Weg zur Sankt Wilhelmer Hütte. Der Weg war steinig, grober, loser Schotter mit großen spitzen Steinen zwischen drin. Eigentlich wollte ich Gas geben, andererseits auch nichts riskieren und dann – ZACK! – stand ich am Rand und sah mich in Zeitlupe stürzen. Irgendwie habe ich es geschafft nicht auf dem Weg zu landen, sondern mich auf den halbwegs grasigen Hang bergseitig zu werfen. Kurz den Schaden gecheckt – Oberarm etwas aufgeschürft aber sonst nur Schmutz und Nässe – alles gut! Weiter!

Um die Hütte herum, ging es dann auf einem tollen Trailpfad weiter über weichen Boden mit Wurzeln und tollen Ausblicken zur Zastler Hütte.

Hier beginnt der eigentliche Steig. So steht es in allen Tourguides. Was das bedeutet, konnte ich mir erst nicht vorstellen und ich dachte mir, dass es abwechslungsreicher wohl kaum werden konnte. Ging es doch jetzt schon zwischen Schotter, Wurzeln, Waldboden, feuchtem, nassem Untergrund und Felsen mal hoch und runter. Von der Zastler Hütte geht es erstmal steil bergauf, ein ausgewaschener Weg mit groben Schotter und viel losem Fels. Auf einem halbwegs gutem Weg ging es in Richtung Baldenweger Hütte. Dann über eine Kuppe und wieder runter – über 130 Höhenmeter auf einen Kilometer im Durchschnitt. Der Weg war eigentlich keiner mehr, es ging an einem Bach entlang, mal drüber, mal durch. Festhaltend an den Wurzeln der Bäume, kletterte ich hinab und versuchte auf den nassen Felsen einen sicheren Tritt zu bekommen. An Laufen war hier schon lange nicht mehr zu denken. Meine Uhr piepste ab und an, dass sie aufhörte aufzuzeichnen, weil sie dachte ich bewege mich nicht. 10:30 Minuten brauchte ich für diesen Kilometer – bergab! Spätestens hier kam die Erkenntnis, dass ich nicht um sieben Uhr zurück sein würde. Handy raus – kein Netz! Doch der Weg wurde besser, ich konnte eine kurze Nachricht absenden und machte mich weiter, den jetzt breiteren und wesentlich besseren Weg auf zum Raimartihof. Endlich mal ein wenig Gas geben denn hier gab es nur leichte Steigungen und Gefälle. Um eine Ecke herum und ich stand vor dem Feldsee.

Traumhaft um diese Uhrzeit und vor allen Dingen sind es von dort nur noch knapp zwei Kilometer zurück. Zwei läppische Kilometer – bergauf – steil – noch einmal mehr als 100 Höhenmeter zu überwinden. In gut fünf Serpentinen führt der spannende Pfad wieder auf nassen Felsen und Wurzeln nach oben, um dann plötzlich an der Talstation der Feldbergbahn zu enden. Eine Stunden und dreißig Minuten dauerte die zwölf Kilometer Runde. Ich war so froh meine Saucony Peregrine an gehabt zu haben wie hier. Sie haben mir exzellenten halt gegeben. Meine Tour kann man sich gerne auf Strava oder Polar anschauen.

Feldberg – Berglauf

Nach meinem Ausflug auf den Feldberg Steig wollte ich Sonntag Abend einfach nur ein wenig den Gipfel erkunden. Also wieder rauf auf den Berg! Diesmal blieb ich aber auf den asphaltierten Weg und lief erst oben auf den teilweise Schotterpisten zwischen Fernsehturm, Denkmal und Aussichtsturm ein wenig hin und her. Das sich das Wetter binnen weniger Minuten ändern kann, durfte ich hier live erfahren.

Kurz nach dem ich hier in den Wolken lief und teilweise nur noch weniger Meter Sicht hatte, war es fünf Minuten später wieder strahlender Sonnenschein. Zum Schluss wieder runter und um die 10km voll zu machen – danke lieber Inner Monk – schaute ich noch kurz auf dem Wichtelpfad vorbei.

Meine Aktivität gibt es wie immer auf Strava zu sehen.

Feldberg – #Segmenthunting

Nach einem Tag Pause – wir sind mit den Kids morgens den Wichtelpfad gelaufen und hatten jede Menge Spass – eine absolute Empfehlung! – und mittags eine Runde mit dem Kinderwagen um den Titisee, war ich am Dienstag Abend wieder laufen. Hatte ich bei meinen letzten Aktivitäten gesehen, dass es am Gipfel ein Strava Segment gibt, welches ich knacken könnte, stieg ich also wieder auf auf den Berg und rannte dort zwei Runden um wirklich sicher zu gehen. 43 Sekunden auf die 100 Meter war der bisherige Rekord, den ich auf 36 Sekunden verbessern konnte – 3:14/km Pace. Wenn ich bedenke, dass es Menschen gibt, die dieses Tempo auf längere Strecken schaffen, meinen tiefsten Respekt!

Und wie immer den kompletten Lauf auf Strava hier zu sehen.

Feldberg – der letzte Besuch!

Das schlechte Gewissen ob des vielen Essens trieb mich dann einen Tag vor unserer Abreise noch einmal auf den Feldberg. Am Morgen waren wir zusammen mit den Kids und einiger anderer Familien mit Alpakas ein wenig spazieren und hatten dort jede Menge Spaß mit Carlos, der einen ähnlichen Dickkopf hatte wie der Rest unserer Familie.

Auch wollte ich noch ein paar Höhenmeter sammeln für meine Strava Challenge. Den Abend zuvor gab es heftige Gewitter, die unter anderem die Feldberg Bahn für den Donnerstag lahm gelegt hatten und auch den ganzen Tag über was es immer mal wieder leicht regnerisch. Ich passte die Zeit direkt nach dem Mittagessen ab – Power durch ordentlich Crème Brulée von der Tonkabohne – und stiefelte zum Haus der Natur, meinem gewohnten Startpunkt. Dort sah ich das erste Mal einen anderen Läufer gerade an den Alpakas vorbei flitzen, den wollte ich unbedingt einholen. Aber ich hatte nicht nur süßes gegessen, und die anderen Gerichte in meinem Magen formten sich im Laufe des Anstiegs zu einem dicken Klos, der mich mehr Energie kostete als ich wollte. Erst ganz oben in Richtung Gipfel konnte ich Marco, so stellte er sich im späteren Verlauf vor, einholen. Er wollte eigentlich den Feldberg Steig rennen, ähnlich unbedarft wie ich nur noch weniger vorbereitet. Nachdem ich ihm geraten hatte nicht mit Straßenschuhen dort entlang zu rennen, entschied er sich mit mir ein paar Runden auf dem Berg zu joggen – wie es liebevoll die uns entgegen kommenden Wanderer nannten. Viele Grüße an dieser Stelle an Marco aus Luzern, ich hoffe, du hast den Steig dann später sicher noch geschafft.

Auf Strava wie immer meine kompletten entspannten Runden.

Feldberg – Fazit

Es war toll! Es war anstrengend und eine völlig neue Erfahrung immer mit so viel Höhenmetern zu laufen, aber es war super! Ein wenig mehr Vorbereitung was die Strecken und ggf. Wege angeht, etwas mehr einlesen, hätte mir vielleicht geholfen doch noch etwas Abwechslung rein zu bekommen. Aber es war spitze!


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