7. Darmstädter Firmenlauf – Schnell nach Hause

Veröffentlicht von DeHejner am

Eins Vorab

Eigentlich hatte ich keine Lust auf den 7. Darmstädter Merck Firmenlauf. Der ganze Lauf stand irgendwie unter einem schlechten Licht. Ich hatte mich für ihn als Ersatz 10er für den Fischerfestlauf, an dem ich nicht teilnehmen kann, angemeldet. Was ich nicht bedacht hatte war, dass der Lauf Abends um 19:30 Uhr startet. Auch nicht vermutet, dass es 5.000 Leute sind, die hier an den Start gehen. Und schon gar nicht, dass man die Startunterlagen in einem zwei Stunden Zeitfenster eine Woche vorher abholen muss. Ganz schön viel Aufwand für einen kurzen Lauf und dann hatten sie eigentlich – trotz meiner frühen Anmeldung – nicht mal ein T-Shirt für mich eingepackt.

Zwei Warten

16. Mai 2018 / 19:30 Uhr Start der 10km mit rund 1.150, 19:00 Uhr Start der 5km mit rund 3.260 Teilnehmer/innen. Bei so vielen Menschen, werden selbst am Messplatz in Darmstadt die Parkplätze knapp und auch die Anreise durch die Stadt gestaltet sich mit dem Auto als kompliziert, also lieber früher da sein. Da ich wie gewohnt gegen 06:00 Uhr angefangen hatte zu arbeiten, war es ein langer Tag. Aber nach Hause fahren lohnte nicht. Ich hatte also alles dabei was ich brauchte – Müsli zum Frühstück, Nudeln mit Karotten zum Mittag und Porridge mit Banane zum Abendessen. Vor dem Lauf wollte ich mich mit was leichtem bei Laune halten, war trotzdem nicht so glücklich gewählt. Gegen 18:00 Uhr stand ich dann endlich auf dem Parkplatz und schlabberte mein Abendessen rein, neben mir in den Autos versuchten sich Menschen auf den Rücksitzen ihrer Anzüge zu entledigen und in die Sportklamotten zu wechseln. Es gab ja leider keine Umkleide und Duschmöglichkeiten (trotz des Sportzentrums direkt nebenan). Auch die Toiletten für die 5.000 Menschen war knapp bemessen. Gerade mal sechs Dixi (ToiToi) Klos standen mitten auf dem Platz, gut sichtbar durch die lange Schlagen, die bereits um 18:30 Uhr sich schon bildetet. Zum Glück traf ich dann Michael und wir konnten ein wenig plaudern bis es endlich los ging. Doch zuvor durften wir noch den Start der 5er beobachten, etwas mehr als sieben Minuten dauerte es, bis der letzte Läufer die Startlinie überquerte – da war der 1. schon fast wieder im Ziel.

Drei Laufen

Bei so vielen Teilnehmern hatte ich mich vorab etwas informiert wo ich mit meiner angepeilten Pace (4:30) einzuordnen wäre und entschied mich sehr weit vorne zu starten. 19:20 Uhr stand ich dann auch in der dritten Reihe und hatte fast ein schlechtes Gewissen, ob ich denn nicht viele aufhalten würde. Es war frisch und bewölkt und alle zappelten, um sich ein wenig warm zu halten. So langsam stieg die Aufregung in mir hoch, die Musik peitschte den Puls dann noch etwas höher und als die letzten zehn Sekunden angezählt wurden, wollten meine Beine dann auch endlich was tun. Los ging es – Peng! Die erste Reihe sprintete aus dem Startbereich, wir dicht hinterher. Nach 500 Metern hatte ich schon einen ordentlichen Puls von 145 und bei Kilometer eins dann auch schon 155. Das Tempo war hart. 3:56er Zeit für diesen ersten Kilometer – das würde ich nicht durchhalten. Zum Glück schienen das andere auch zu begreifen und die Gruppe in der ich mitschwamm reduzierte leicht das Tempo, oder lag es daran, dass es leicht bergauf ging? Puls mittlerweile bei 160 und ich fragte mich ernsthaft, ob ich das wirklich aushalten würde. Doch da war schon der dritte Kilometer gefressen (4:13 und 4:01 die Zeiten). Ich blieb nicht nur weiter dran, sondern konnte auch ab und an noch so manchen überholen, aber es kamen auch immer mal wieder der eine oder andere aus dem hinteren Startfeld vorbei. Irgendwann ging es von der merkwürdigen Streckenführung dann durch den Eingangsbereich einer Lagerhalle – ein muffig stickiger Gang, gefliest und mit Stühlen rechts und links. Nichts wie raus hier und ab in den Bürgerpark zu den letzten Kilometern auf feinem Schotter. Abwechslung gab es hier ja, dass muss man ihnen lassen. Laut meiner Uhr sollte es jetzt nur noch ein Kilometer sein, ich fragte mich mittlerweile ob und wie viele Ressourcen ich noch habe und ob im Zielsprint noch was ginge. Bevor ich mir das beantworten konnte, war es schon so weit, ich hörte die Zielmusik und die Ansagen, also nochmal alles raus und richtig Gas geben. In der Bilderstrecke sieht man dies auch ganz gut wie ich die fünfte Frau in diesem Rennen auf den letzten Metern recht leicht und mit einem doch entspannten Gesichtsausdruck noch überholen konnte.

Fertig! Uhr gestoppt: 41:27 Minuten – das sollte sich aber gleich nochmal korrigieren. Ich quetschte mich durch die Menschen im Zielbereich, um endlich etwas Wasser zu bekommen und mich an der Früchtebar zu laben – sehr leckere Häppchen aus Erdbeeren, Ananas, Melonen, Trauben und Äpfel!

Vier Fakten

Gesamtplatz 65 von 1149 Starter/innen macht 6. der Altersklasse mit einer offiziellen Zeit von 41:26 und somit eine Pace von 4:09. Auf meiner Uhr waren es allerdings nur 9,7km und somit eher eine Pace von 4:16. Beides aber absolut traumhafte Zeiten und ich bin absolut begeistert! Ich bin sehr erstaunt, wie mein Körper dies so durchgehalten hat. Laut Polar Analyse einen Durchschnittspuls von 168.

Nun aber endlich nach Hause. War ein langer Tag und ich habe mir ein Eis verdient! Werde ich hier wieder mitlaufen? Vermutlich eher nicht, der Fischerfestlauf ist mir dann doch lieber!


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