Griesheimer Straßenlauf 2018

Veröffentlicht von DeHejner am

Selten bin ich so entspannt und gleichzeitig angespannt zu einem Lauf gefahren. Entspannt deswegen, weil ich ja nur einen Halbmarathon laufen werde – und dies quasi seit Monaten mehrmals pro Woche mache – angespannt deswegen, weil meine beiden Kids (K1.1 und K1.2) ihren ersten „Lauf“ machen werden. Aber der Reihe nach:

Das Vorgeplänkel

Sonntag Morgen, die Kinder waren rechtzeitig wach und hatten ihre neuen Laufshirts an. Wir kommen super pünktlich zu Hause weg und alle spielen mit. Auf dem Parkplatz in Griesheim angekommen, treffen wir auch direkt auf Thomas, der auch den Halbmarathon laufen würde. Wir haben auf dem Weg zum Meldebüro etwas Zeit zu quatschen und bemerken, dass wir auf dem falschen Parkplatz stehen. Aber egal, der andere wäre nur näher gewesen. Dort angekommen holen wir erstmal die Startnummern für die Kinder bei meiner Arbeitskollegin und ihrer Tochter ab. K1.1 und K1.2 haben beide die 1, wie jedes Kind beim Bambini Lauf über die 300 Meter Distanz. Ich selbst starte mit der 1630.

Alles gut. Vor dem Büro treffen wir auf den Löwen Martin, von dem die beiden Kids schon die letzten Tage erzählt haben (ok, wir haben ihnen gesteckt, dass der Löwe vom Jog&Rock auch wieder da sein wird). Auch hier ein wenig fachsimpeln, Kinder belustigen und dann gehen wir die Strecke inspizieren. Am Start-/Ziel-Bereich treffen wir auf Oma und Opa, die sich schon sehr freuen.

Der Bambini Lauf

Der erste Lauf für unsere Beiden. Wir hatten sie ja vorher gefragt, ob sie laufen wollen, weil sie ja sonst immer mit mir im Kinderwagen unterwegs waren und mich auch sonst des öfteren in Laufklamotten gesehen haben. Die 300 Meter hatten wir vorher auch das eine oder andere Mal ausprobiert und – nun ja – es kommt immer anders als man denkt. Im Startbereich für die Kleinsten war schon einiges los und wir stellten uns in der zweiten Reihe auf. K1.1 hatte direkt etwas Bammel und wollte nur auf dem Arm. K1.2 war etwas mutiger und stand meine Hand ganz fest haltend dicht neben mir. Ein Pinguin sollte die Situation etwas auflockern und beim Startschuss sind auch alle los gerannt. Aber nach 20 Meter war Ende. Beiden Kindern war es zu viel und sie hatten Angst und weinten so dass wir sofort abgebrochen und die Strecke verlassen haben. Eine Urkunde und Medaille gab es trotzdem hinterher. Vielen Dank an die Organisatoren. Einen Eindruck hat es dennoch hinterlassen, denn später am Tag wollten beide sehr oft „1, 2, 3, und los!“ machen. Ich denke wir werden uns beim Melibokuslauf Bambini wieder sehen, bis dahin sind nochmal ein paar Wochen vergangen.

Der Halbmarathon

Nach dem DNF der beiden Kleinen durfte kurze Zeit später der Papa ran. Ein kurzes „Tschüssi!“ und sie waren mit Oma und Opa auf dem Spielplatz verschwunden. Ich reihte mich selbst im Mittelfeld ein, da ich eigentlich keine großen Ambitionen hatte und einfach ein wenig in Gesellschaft laufen wollte. Der Start und die ersten Meter verliefen auch sehr unaufregend. Nach einem kurzem Waldstück mit festem kleinen Schotter ging es auf die erste Rechtskurve auf die eigentlich Rennstrecke. Ich reihte mich immer weiter nach vorne und lies einige hinter mir. Puls, Tempo sahen recht aus und auch das Wetter passte mit seinen milden Temperaturen aber leicht sonnig sehr gut. Nach gut einem Kilometer erfolgte auch schon die erste Wende und man sah die Läufer vor einem schon wieder entgegen kommen. Nun ging es 5 weitere Kilometer immer auf der gleichen Straße entlang über eine kurze Brücke, Wende und wieder alles zurück. Bei Kilometer 4,5 gab es den ersten (und einzigen) Verpflegungspunkt, den man auf dem Kurs zweimal pro Runde durchläuft. Direkt einen Becher geschnappt und abgekippt – bäh! – Iso Getränk. Weil es so unerwartet kam, verschluckte ich mich unheimlich und musste erstmal eine Runde husten. Bei den nächsten Durchläufen habe ich dann explizit nach Wasser Ausschau gehalten. Und so lief es immer weiter. Bei Kilometer sechs sah ich meine Kollegin dann mit ihrem Mann beide als Streckenposten und wurde freundlich angefeuert.

Kilometer 6,5: Wendepunkt: Jetzt hatte ich die Strecke komplett gesehen. Noch fünf Kilometer zurück und dann das ganze ein zweites Mal. Ich gebe zu, ich habe schon spannendere Läufe und Landschaften gesehen. Aber irgendwie liegt mir das ja, Asphalt, zwei bis drei Autobahnbrücken entspricht so ziemlich dessen was ich wöchentlich abspule. Und irgendwie schien es meinem Kopf und meinen Füßen zu gefallen. Ich konnte problemlos ein sehr gute Tempo halten und auch die Verpflegungstaktik (alle fünf bis sechs Kilometer ein Gel Chip) ging sehr auf. Ich bin nie in ein Loch gefallen. Und so kam es, dass ich auch gegen Ende immer noch Leute einholte, überholte und mich absetzte. 1:45 hatte ich zu meiner Familie gesagt, sollten sie sich mal merken als Zielzeit. Dass ich hier schneller sein würde, wusste ich bei etwas über der Hälfte schon und hoffte, dass sie auch etwas früher da sein würden. Der letzte Kilometer, rechts einbiegen in dern Zielbereich. Wieder das kurze Waldstück und nochmal richtig Gas gegeben, da waren ja noch Reserven. Über die Ziellinie, Zeit abgestoppt und 1:38. Kurz umgeschaut und vom Spielplatz sah ich meine Familie kommen. Tja damit hatte ich nicht gerechnet.

 

Fakten

Gesamtplatz 32; 29. bei den Männern und AK 5. mit einer offiziellen Zeit von 1:38:48 (4:41er Pace) wobei die Strecke laut meiner Uhr länger als 21km ist. Strava vermeldete auf den 21km einen neuen persönlichen Rekord mit 1:37:19 (4:37er Pace). Alles in Allem extrem zufrieden und ich bekam ein paar Tage das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Einen tollen Bericht könnt ihr auch bei Martin lesen. Und auf der Seite des TuS Griesheim sieht man mich auch auf dem Titelbild (mit K1.1 und meiner Frau). Außerdem sind die Shirt, die wir haben drucken lassen extrem gut angekommen:

 


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