Jog and Rock 2017: Halbmarathon

#RunningWithTwins

Bensheim, 17. September 2017: Der erste Lauf bei welchem ich in Begleitung angereist bin. Im Gepäck dabei sind meine beiden Kleinen nun fast zwei Jahre alten Kids, die das Laufen mit dem Papa lieben und meine Frau. Heute wurden sie zwar nicht von mir auf den 21 Kilometern im Jogger geschoben sondern von der Mama im Kinderwagen zwischen drei Punkten hin und her geschoben oder sind eben – wie es sich für eine Sportveranstaltung gehört – selbst gerannt. Der Bereich zwischen Zielgerade, Kinderspielplatz und Fußgängerzone ist ein tolles Dreieck, bei welchem man ab und an den „Papaaaaaa“ vorbeiflitzen sehen und zum anderen auch selbst auf seine körperliche Ertüchtigung auf dem Spielplatz achten kann.

Vorbereitung

Vorbereitung? Nein, diesmal keine. Kein spezielles Training und eher schlechte sportliche Vorbereitung. Statt dessen habe ich extrem viel Arbeit im Garten verrichtet und habe in den Wochen davor auch keine Lust auf Tempotraining oder dergleichen gehabt. Die Distanz gehört ja zum normalen Repertoire, einzig beim Essen habe ich am Abend davor ein wenig mehr Nudeln zu mir genommen und morgens wieder den obligatorischen Porridge.

Wir sind relativ früh mit der gesammelten Mannschaft angereist, um noch einen Parkplatz im Parkhaus zu bekommen, Kinderwagen aufzubauen und die Örtlichkeiten zu erkunden. Dabei haben wir dann auch den Löwen getroffen, von dessen weichen Krallen die beiden Kleinen ganz fasziniert – wenn auch schüchtern – waren.

Der Lauf

Nach dem ich mich dann von der Familie verabschiedet habe, ging es Richtung Startlinie. Und es war immer noch ziemlich kühl – gefühlte 10 Grad – und ich war froh um meine Wahl der Kleidung. Hier traf ich dann noch Thomas von den Early Birds Alsbach, der auch bei fast jedem Lauf mit dabei ist.

10:05 Uhr: Warten auf den Startschuß… Mit leichter Verzögerung ging es dann los. Dank der drei Zielzeitläufer konnte man sich schon mal sehr gut beim Aufstellen orientieren und ich lief in der Gruppe der 1:44:59 mit. Die ersten Geraden und Kurven durch die Innenstadt waren wie immer etwas zäh bis sich das Feld etwas gelichtet und man die Läufer/innen, die sich etwas falsch eingeschätzt haben, überholt hat. Aber dann ging es weiter in Richtung Bahnhof und dann zum Kreisel. Eine kleine Gruppe hatte sich gebildet und wir hatten unseren Pacer bereits hinter uns gelassen. Mit Zeiten um die 4:35 / 4:40 auf den ersten Kilometern, hatte ich allerdings etwas Angst, ob ich das aufgrund meines Trainings durchhalten würde und habe das Tempo etwas herausgenommen. Vermutlich ein Fehler, denn ohne die Zuggruppe bin ich dann in meinen gewohnten Trott verfallen und habe mehr Sightseeing gemacht als wirklich Wettkampf gelaufen. Dafür hatte ich toll Zeit an den Punkten nach meiner Familie Ausschau zu halten und für ein paar Bilder zu posieren…

Und mit etwas Schräglage in der nächsten Runde…

Bei gut Kilometer acht in etwa hatte ich dann auch Michael eingeholt, der auf der 10 Kilometer Strecke unterwegs war. Wie immer, wenn wir uns auch im Feld begegnen ein paar freche Sprüche ausgetauscht aber dann weiter, denn nach und nach kam der Sportgeist in mir zurück und ich versuchte mich aus meiner Komfortzone etwas herauszuschieben. Dies gelang mir allerdings nur teilweise, aber ein wenig Tempo konnte ich zulegen und lies die Füße fliegen.

Irgendwie war dann recht schnell auch schon die Zeit rum und ich habe die Runden gar nicht so richtig registriert. Auf dem letzten Kilometer hatte ich dann noch eine nette Begegnung. Ein anderer Läufer kam recht heftig keuchend an mich heran gelaufen und fragte erstaunt: „Ist das deine letzte Runde?“ auf mein lockeres „Ja.“ reagierte er nur mit einem erstaunten „Du wirkst noch so locker als wenn du gerade los gelaufen wärst.“ Für mich ein Zeichen, wirklich zu langsam unterwegs zu sein. Wir unterhielten uns noch bis kurz vor der Ziellinie an welcher ich dann meine Frau und die beiden Kleinen sah. Ohne groß abzubremsen hab ich dann meinen Buben geschnappt, der die Hände nach mir ausstreckte, und ihn auf den Arm geschultert. Gemeinsam flitzten wir dann die letzten Meter durch die applaudierende Menschenmenge über die Ziellinie. Und nun ratet mal, wer von uns beiden die Medaille bekommen hat? Richtig, ich war es nicht!

Leider gibt es von unserem Zieleinlauf kein Foto, aber die Erinnerung bleibt bei mir und vielleicht auch etwas bei ihm. Nächstes Jahr dann mit beiden an der Hand? Mal schauen, lasst euch überraschen. Das Rennen mit dem Papa üben wir auf jeden Fall schon mal.

Das Ergebnis

1:40:22 (2016: 1:39:24) so lautet die offizielle Zeit. Rund eine Minute langsamer als im letzten Jahr. Aber aufgrund der vielen stärkeren Starter Platz 60 (2016: 46), AK 13 (2016: 10) und wieder nur zwei Frauen vor mir. Ich wäre also mit der Zielzeit von 2016 gerademal einen Platz weiter vorne gewesen und diesen habe ich gerne an meine Begleitung und zugunsten des tollen Zieleinlaufs abgegeben. Um auf den gleichen Platz zu laufen, hätte ich vier Minuten schneller sein müssen. Mal schauen, ob ich nächstes Jahr etwas mehr Ehrgeiz habe. Nächstes Jahr allerdings nicht mehr unter dem Team #twitterlauftreff sondern eher als #RunningWithTwins

Links zum Lauf

Jog and Rock Ergebnisliste

Polar Flow Race Result

Strava Run

Jog and Rock Bildergalerie 2017

Darmstadt Datterich 2017: Mein erster Triathlon

Niemand hat die Absicht jemals einen Triathlon mitzumachen!

Nun ja. So zumindest meine Aussage bis zum 4. Juni. Dann erreichte mich eine eMail mit der Frage, ob ich nicht als Ersatzteilnehmer mitmachen wolle. Mein damaliger Stand des Trainings: Schwimmen 0 Meter, Radfahren (sportlich) 0 Meter, Laufen gut. Ich hatte nicht mal wirklich ein Rad was annähernd sportlich war. Da ich mir sehr unsicher war, sagte ich, dass ich nur im Notfall einspringen könne. Dies war dann am 1. August der Fall. Der Teamkapitän fiel aufgrund von Krankheit aus und ich bekam seinen Startplatz. Mittlerweile hatte ich mein Training verbessert und konnte zumindest zum Schwimmen 500 Meter verbuchen. Und auch in Punkte Fahrrad hatte ich etwas getan und mein > 15 Jahre altes Mountainbike (Dagger Hardtail) so umbauen, dass es auf einer Straße fahrbereit war. am 20. August holte ich dann auch noch 18 Kilometer Radfahren in meine Vorbereitung hinzu. Dazu kam dann noch, dass ich ab dem 14. August eine leichte Erkältung bekam… Ich würde sagen: Top Voraussetzung für einen erfolgreichen Start!

Vorbereitung

Nach einigen Tipps und den Infos, die es auf der 10 Freunde Seite gab, habe ich mir dann am Freitag bereits mein Equipment zusammen gestellt, welches ich mitnehmen wollte:

  • Fahrradhelm (ohne kein Start!)
  • Mountainbike
  • Badehose
  • Schwimmbrille
  • Laufschuhe
  • Laufhose
  • Laufshirt
  • Handtuch
  • Ultra Sports Gel-Chips

Am Abend zuvor gab es dann noch ein kleines Carbloading bei welchem mich meine Kinder gut unterstützt haben.

Vor dem Lauf

Startzeit war 10:30 Uhr. Treffpunkt 09:15 Uhr. Abfahrt zu Hause: 08:30 Uhr, Frühstück 06:00 Uhr…

Am vereinbarten Treffpunkt waren wir nicht alleine, aber ich kannte ja immerhin den Teamkapitän und da ich bereits 15 Minuten vorher am Treffpunkt war, lief auch alles gut. Nach und nach sammelten sich die anderen Teamkollegen(innen) der Astralleib-Asketen und der bunte Haufen tauschte hier noch einige Tipps aus bevor es die Startunterlagen, für jeden gab. 636 war meine Nummer!

Gemeinsam liefen wir nun in den geschlossenen Bereich und bekamen unseren Platz zugewiesen. Fahrrad aufhängen, Badewanne in der richtigen Reihenfolge befüllen, um einen möglichst reibungslosen Wechsel hinzubekommen und dann waren es auch schon nur noch 15 Minuten bis zum Start. Also ab in Richtung Schwimmbecken. Die Nervosität und Anspannung wurde hier bei der menge an Menschen, die sich um und im Becken tummelten nicht geringer. Nochmal unsere Startreihenfolge im Becken festgelegt (ich als Nichtschwimmer durfte zum Glück ans Ende) und ab ins Wasser…

Das Schwimmen

Drei aus unserem Team waren eher Nichtschwimmer, da ich aber als Einziger so gar keine Ahnung von meinen Zeiten hatte, lies ich den anderen den Vorsprung. Die letzten 10 Sekunden, herunterzählen, laute Rufe aus allen Richtungen und tolle Stimmung: Start! Gemütlich fing ich an meine Bahnen zu ziehen und schaute den Teamkollegen zu wie sie in einer tollen Geschwindigkeit ihre Bahnen kraulten – zumindest die Hälfte. Diese lies ich dann nach nicht ganz der Hälfte auch einmal an mir vorbei und zog weiter konsequent mein Tempo durch. Evtl. hätte ich im Nachhinein vielleicht ein paar Sekunden herausholen können, wenn ich als Vorletzter gestartet wäre, bei den Wenden war ich zwar langsamer aber auf der Schwimmstrecke schnelle. Nun was sind ein paar Sekunden, wenn man für 380 Meter 11:57 brauch. Aber geschafft. Raus aus dem Wasser und losgerannt zum Wechsel. Hierbei schon richtig viele andere Teilnehmer überholt.

Der erste Wechsel

Plan: Trikot an, Hose an, Strümpfe an, Schuhe an, Helm auf, Startnummernband an, Rad runter und raus aus der Zone

Realität: Abtrocknen weil Trikot auf nasser Haut klebt, Füße zweimal abtrocknen weil Reihenfolge falsch und ins nasse Gras getreten, Dreck an der Fußsohle

Hier habe ich zwar einige deutlich abgehängt aber hätte bestimmt noch vieles rausholen können, wenn ich das vorher ein wenig mal geübt hätte. Mit 3:33 aber bestimmt nicht die schlechteste Zeit.

Das Radfahren

Mit dem Rad rennen, kann man bestimmt auch mal üben. Wenn man dazu noch solche Pedale hat wie ich, muss man extrem aufpassen, die geben zwar tollen Grip und haben eine große Fläche, tun aber mächtig weh an Wade und Schienbein. Deswegen eher verhalten mit dem Rad in den Startbereich gerannt und los ging es zu den vier Runden. Die Strecke an sich war in Ordnung, auf den Geraden hatte ich mit meinem Equipment deutliche Nachteile, in den scharfen Kurven und den danach folgenden Beschleunigungen konnte ich aber immer etwas Zeit gut machen. Der Gegenwind machte mir auch etwas zu schaffen, die doch recht breite und aufrechte Position auf dem Rad ist eher suboptimal. Dennoch gab ich ordentlich Gas und versuchte meinen gefühlten Puls (Brustgurt hatte ich vergessen anzuziehen) in einem ordentlichen Bereich zu halten. Zwischendrin dann noch den Gel-Chip eingeworfen. Die ersten drei Runden vergingen auch recht gut und schnell, bei der vierten wurden langsam die beine schwer und ich merkte die komplett andere Belastung zum Laufen. Hier hätte etwas Training bestimmt gut getan. Aber auch die letzte Runde beende ich gut und konnte auch hier den einen oder anderen Teamkollegen überholen, der vor mir aus dem Wasser kam. Also raus, runter vom Rad und in den Wechselbereich rennen – Stop: Völlig unterschätzt hatte ich, dass meine Beine nach der andere Belastung durch das Radfahren sich so gar nicht mehr koordinieren ließen und ich wie auf Gummistelzen in die Wechselzone tanzte und versuchte Haltung zu bewahren.

Der zweite Wechsel

Plan: Rein rennen, Rad aufhängen, Helm wegwerfen, Raus rennen

Realität: Rein tanzen wie auf rohen Eiern, Startbox suchen um das Rad hinzuhängen, mit dem Lenker verhaken, Helm wegwerfen und Raus tanzen da Beine immer noch nicht gehorchen wollten.

Dies habe ich völlig unterschätzt und die Tipps im Nachhinein, dass man den letzten Kilometer auf dem Rad eher ausrollt, werde ich beim nächsten Mal (was? wie Bitte?) berücksichtigen.

Das Laufen

Raus aus der Wechselzone auf die 4 Kilometer Strecke. Auf dem Plan stand eine Pace von 4:15 oder schneller. Nach dem ersten Kilometer realisierte ich, dass dies nicht möglich sein wird. Die Beine waren immer noch etwas unkoordiniert und fühlen sich schwammig an. Noch dazu hatte ich leichtes Seitenstechen und da bereits 11:30 Uhr war auch Hunger (normalerweise habe ich mein Mittagessen bereits hinter mir). Also versuchte ich zu retten, was zu retten war und ging in mein Wohlfühltempo über, welches ich dann nach 2,5 km leicht steigern konnte und es immer besser wurde. Scheinbar war ich aber nicht der Einzige, der beim Laufen Probleme hatte, viele gingen nur oder trabten langsam am Rand und ich konnte trotz meiner Probleme richtig viele andere Teilnehmer und auch den einen oder anderen Teamkollegen überholen. Beim Einlauf im Ziel waren meine Beine dann auch endlich auf Laufmodus eingestellt und ich konnte ziemlich locker und entspannt mit einer Zeit von 19:14 (zweitschnellste Laufzeit im Team) ins Ziel traben. Die Strecke hätte für mich wesentlich länger sein dürfen.

Fazit

Das extrem dünne Training, die wenige Erfahrung zeigten sich deutlich, wenn man das Event aus dem sportlichen Gesichtspunkt sieht. Hierfür hätte es einiges mehr an Vorbereitung gebraucht. Im Gesamten aber war es eine super tolle Erfahrung und mit der Gesamtzeit von 1:14:50 und damit Rang 434 (von ~3500) doch sehr zufrieden.

Für den Tipp vom #twitterlauftreff bei der Uhr das Profil auf „Sonstige Outdoor-Sportart“ zu stellen und nur die Rundenzeiten, Rundenpace und Rundendistanz anzeigen zu lassen und bei dem Wechsel eine neue Runde zu starten war Gold wert. Meine händische Aufzeichnung passt in den Zeiten nahezu exakt auf die offiziellen.

Fischerfestlauf 2017

5. August 2017

Diesmal ist die ganze Familie am Start. Meine Frau mit Neffe auf den 4km Jedermannstrecke (Nichte ist leider aufgrund von Fußproblemen ausgefallen), ich auf den 10km Hauptlauf und Eltern, Schwester und Schwager sowie meine beiden Kleinen als Zuschauer.

Da der Jedermannslauf bereits um 15:00 Uhr startet mussten wir den Mittagsschlaf der Kinder etwas verlegen und waren bereits um 12:30 Uhr in Gernsheim angekommen. Mit dem Kinderwagen ging es dann schon mal langsam auf die spätere Laufstrecke und 2 Stunden spazieren gehen. Ich kam dann gegen 14:50 Uhr mit den beiden Kleinen im Stadion an wo gerade die Aufstellung für die 4km Läufe losging. Noch schnell ein paar Fotos gemacht und dann einen kurzen Augenblick warten bis nach 24 Minuten meine Frau ins Ziel kam und weiter 4 Minuten später mein Neffe. Beide waren recht zufrieden mit ihren Zeiten. Nun hieß es die Kids beschäftigen bis es um 17:00 Uhr für mich losging. Von den 7km Walkern und den Schülerläufen hielten die beiden noch nicht sehr viel. Spannender war da schon die Hüpfburg und die große Rasenfläche.

16:50 Uhr Aufstellung nehmen. Aus dem Augenwinkel habe ich glaube ich zwei Reihen vor mir den @sebi_runs vom #twitterlauftreff gesehen aber da waren schon die letzten Sekunden vor dem Start angebrochen und er war dann so schnell weg, dass ich keine Chance mehr hatte ihm zu folgen. Es folgte eine Runde im Stadion und dann ging es die gewohnte Strecke hinaus auf den Deich und ab in Richtung Innenstadt. Wie immer beim Fischerfestlauf gibt es ordentlich Stationen mit Duschen und Getränken, die Versorgung ist echt Top! Der Puls war auch recht schnell auf Wettkampfstimmung und ich versuchte mein Anfangstempo (4:17 / 4:19) zu halten was mir aber nicht ganz gelang. Hier machte sich mein Mittagessen und der Abend zuvor etwas bemerkbar – Grillen scheint nicht das Optimale zu sein … Dennoch konnte ich an der Gruppe Anschluss halten und wir drehten unsere drei Runden in der Innenstadt immer angefeuert von den vielen Menschen, die hier am Rand stehen und applaudieren. Meine langen Läufe gewohnt vergingen die 7km wie im Flug und wir durften schon wieder zurück auf den Weg ins Station. Da mein puls weiterhin bei 160bpm geblieben war, konnte ich es etwas riskieren und noch ein wenig mehr Gas geben, um die 4:35er Zeiten in der Innenstadt wieder aufzuholen. Ganz abgesehen von dem tollen Schlusssprint auf der Zielgeraden. Leider musste ich recht schnell wieder weg, denn gegen 18:00 Uhr ist Abendessenszeit für die Kids. Aber ein kurzes „Hallo“ für , die ich gerade ins Ziel flitzen sah, hatte ich noch übrig.

Mit 44:29 (4:26er Pace) zwar etwas langsamer als letztes Jahr aber dafür 2 Plätze besser in der AK M40 (Starter 409 / Gesamtplatz 57 / Gesamt Männer 52 / Altersklasse 6) und damit eigentlich recht zufrieden. Denn die Strecke schien dieses Jahr insgesamt etwas langsamer gewesen zu sein (oder länger?), denn durch eine Straßensperrung vor der Innenstadt, musste man durch einen kleinen Park laufen. Der Erste hatte mit einer 3:15er Pace zwar deutlich die Nase vorne aber im Vergleich zum Vorjahr mit 3:06er Pace auch deutlich an Zeit verloren!

Danach ging es dann noch lecker Belgische Pommes, Bratwurst und Waffeln futtern. Das schmeckt der ganzen Familie – und nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

#JogAndRock 2016

Sonntag, 25. September 2016, 09:00 Uhr, Bensheim, 11 Grad Celsius.

Ich stehe auf dem Marktplatz, habe noch meine Trainingsjacke an und schaue auf das dort herrschende Spektakel. Wie auch ich, haben sich ein paar frühe Vögel eingefunden. Man hat noch leicht Zeit seine Tasche abzugeben, nirgendwo Gedränge. Aus den Boxen tönt schon Musik und ich kann mir langsam vorstellen, wie es nachher hier sein wird, wenn gut 1.500 Läufer sich im Zielbereich aufhalten werden.

Ich bin immer noch etwas nervös. Mein erster Halbmarathon – naja zumindest mein erster gewerteter. Aber dies allein reicht schon, um ein wenig Spannung im Körper aufzubauen. Nicht der Zweifel, dass ich die Strecke nicht schaffen könnte, lässt mich etwas grübeln, sondern die Frage: Wie schnell darf ich es angehen? Wie ist die Strecke überhaupt? Wird mir warm werden beim Laufen?

09:45 Uhr: Ich habe mittlerweile meine Tasche abgegeben und stehe nun in Kurz-Kurz auf dem schattigen Marktplatz. Die Menge der Menschen um mich herum hat sich vergrößert, das eine oder andere bekannte Gesicht von anderen Läufen in der Umgebung erkennt man wieder. Als Glücksbringer dient diesmal mein neues Laufshirt, welches ich zum Geburtstag erhalten habe:

JogAndRock StartNummer

Team Highperformance ist sonst im Zwillingsjogger unterwegs, aber diese waren heute nicht erlaubt.

10:04 Uhr: Man hat sich mittlerweile vollständig an der Startlinie versammelt. Die Zonen werden durch Zug- und Bremsläufer eingeteilt. Ich stehe bei 1:44 und fühle mich dort recht wohl. Meine Polar M400 sucht noch immer nach einem GPS Signal… der Countdown läuft… 5… 4… 3… 2… 1… Los gehts!

Die Strecke wird viermal durchlaufen – viermal je 5,274km durch die Innenstadt und Fußgängerzone von Bensheim. Sie ist von vielen unterschiedlichen Straßenbelägen, leichten Anstiegen und sehr engen spitzen Kurven geprägt. Alles in Allem nicht einfach für jemanden, der sonst das weite Feld und endlose lange Geraden gewohnt ist.

JogAndRock Strecke

Die erste Runde ist vorbei, mittlerweile haben wir etliche der 5 Minuten vorher gestarteten 10km Läufer in den engen Gassen überholt, meinen 1:44er Zugläufer habe ich hinter mir gelassen und mein eigenes Tempo gefunden. Ab und zu der Blick auf den Puls, es passt alles. Auch das GPS Signal ist 500 Meter nach dem Start dann endlich da gewesen, so dass zumindest ein Teil der Strecke aufgezeichnet wurde. Die zweite Runde war geprägt davon das Mittelfeld des 10km Laufes zu überholen. Kilometer 8 geschafft, Zeit für das erste Gel – Raspberry – lecker! Und dann die zweite Zieldurchquerung zusammen mit vielen 10km Finishern, die direkt hinter der Ziellinie stehend ihre Medaillen in Empfang genommen haben. Aber wie sagt man so schön: „Stau is nur hinne blöd!“ Vorbei, drumherum, durch und weiter geht’s. Jetzt wurde es ruhiger auf der Strecke. Ich werde eingeholt von einem jungen Läufer, der mich fragt: „Was willst du denn für eine Zeit laufen?“ und wie im Tunnel antworte ich ehrlich, das ich gerade keine Ahnung habe und das ja mein erster Lauf ist… Er hechelt etwas von „Puls ist zu hoch…“ und „Du rennst hier gerade eine 1:40 Zeit, wenn du das durchhälst…“ – Ja, ok. Klingt gut. Über irgendwas haben wir uns noch unterhalten, ich glaube es ging im Steigung und enge Kurven, dann war die dritte Runde vorbei und ich habe den jungen Burschen endlich abziehen lassen, mein Puls war zwar nicht zu hoch, eher zu niedrig, aber mir ging es blendend und das sollte auch so bleiben.

Letzte Runde: Noch 5… 4… 3… Kilometer, langsam merke ich meine Beine und beim Wassertrinken habe ich mir ungewollte eine Nasendusche verpasst. Noch 2km – an den Stoplersteinen vom Neumarkt Parkhaus aufpassen und – – – mit der Schuhspitze hängen bleiben, stolpern, Arme rudern, Gleichgewicht bewahren und weiter geht’s. Jetzt bin ich wieder wach und kann die letzten Kurven zum Ziel voll mitnehmen. Noch 1 Kilometer, der Körper sagt, da geht noch was, also raus damit und einen kleinen Sprint angezogen.

Im Ziel!

Medaille in Empfang nehmen und zur Futteraufnahme tapsen. Oh, Uhr anhalten. 1:41… Moment. Ich bin doch schon länger hier… Oh – Laugenbrezn, Wasser, Banane, Dinkelbrötchen – Prioritäten müssen gesetzt werden. Die dritte Frau läuft ins Ziel ein. Ich bin verwundert. Nun will ich es wissen. Tasche abholen, Handy zücken und da stand es:

10. AK (44./46. Gesamt) mit 1:39:24 – Tschakka!

JogAndRock Urkunde

Mit dem hatte ich nicht gerechnet, zumal ich erst gegen Ende wirklich in einen Wettkampfmodus kommen konnte, vorher war sowohl vom Puls als auch allem anderen eher der „normale“ Abendlauf angesagt. 158 Durchschnittspuls sagt wohl alles.

Mein Fazit: Tolle Organisation, abwechslungsreiche aber anspruchsvolle und vor allem langsame Strecke. Nächstes Jahr gerne wieder! – Oder doch Hugenottenlauf? Und ja, mir ist warm geworden.

Die hier behalte ich auf jeden Fall, mein erster offizieller Halbmarathon!

JogAndRock Medallie

Edit: Zum Schluß noch zwei Fotos des JogAndRock Teams, auf denen ich zu sehen bin:

JogAndRock Bildersammlung Start JogAndRock Bildersammlung Lauf