Darmstadt Datterich 2017: Mein erster Triathlon

Niemand hat die Absicht jemals einen Triathlon mitzumachen!

Nun ja. So zumindest meine Aussage bis zum 4. Juni. Dann erreichte mich eine eMail mit der Frage, ob ich nicht als Ersatzteilnehmer mitmachen wolle. Mein damaliger Stand des Trainings: Schwimmen 0 Meter, Radfahren (sportlich) 0 Meter, Laufen gut. Ich hatte nicht mal wirklich ein Rad was annähernd sportlich war. Da ich mir sehr unsicher war, sagte ich, dass ich nur im Notfall einspringen könne. Dies war dann am 1. August der Fall. Der Teamkapitän fiel aufgrund von Krankheit aus und ich bekam seinen Startplatz. Mittlerweile hatte ich mein Training verbessert und konnte zumindest zum Schwimmen 500 Meter verbuchen. Und auch in Punkte Fahrrad hatte ich etwas getan und mein > 15 Jahre altes Mountainbike (Dagger Hardtail) so umbauen, dass es auf einer Straße fahrbereit war. am 20. August holte ich dann auch noch 18 Kilometer Radfahren in meine Vorbereitung hinzu. Dazu kam dann noch, dass ich ab dem 14. August eine leichte Erkältung bekam… Ich würde sagen: Top Voraussetzung für einen erfolgreichen Start!

Vorbereitung

Nach einigen Tipps und den Infos, die es auf der 10 Freunde Seite gab, habe ich mir dann am Freitag bereits mein Equipment zusammen gestellt, welches ich mitnehmen wollte:

  • Fahrradhelm (ohne kein Start!)
  • Mountainbike
  • Badehose
  • Schwimmbrille
  • Laufschuhe
  • Laufhose
  • Laufshirt
  • Handtuch
  • Ultra Sports Gel-Chips

Am Abend zuvor gab es dann noch ein kleines Carbloading bei welchem mich meine Kinder gut unterstützt haben.

Vor dem Lauf

Startzeit war 10:30 Uhr. Treffpunkt 09:15 Uhr. Abfahrt zu Hause: 08:30 Uhr, Frühstück 06:00 Uhr…

Am vereinbarten Treffpunkt waren wir nicht alleine, aber ich kannte ja immerhin den Teamkapitän und da ich bereits 15 Minuten vorher am Treffpunkt war, lief auch alles gut. Nach und nach sammelten sich die anderen Teamkollegen(innen) der Astralleib-Asketen und der bunte Haufen tauschte hier noch einige Tipps aus bevor es die Startunterlagen, für jeden gab. 636 war meine Nummer!

Gemeinsam liefen wir nun in den geschlossenen Bereich und bekamen unseren Platz zugewiesen. Fahrrad aufhängen, Badewanne in der richtigen Reihenfolge befüllen, um einen möglichst reibungslosen Wechsel hinzubekommen und dann waren es auch schon nur noch 15 Minuten bis zum Start. Also ab in Richtung Schwimmbecken. Die Nervosität und Anspannung wurde hier bei der menge an Menschen, die sich um und im Becken tummelten nicht geringer. Nochmal unsere Startreihenfolge im Becken festgelegt (ich als Nichtschwimmer durfte zum Glück ans Ende) und ab ins Wasser…

Das Schwimmen

Drei aus unserem Team waren eher Nichtschwimmer, da ich aber als Einziger so gar keine Ahnung von meinen Zeiten hatte, lies ich den anderen den Vorsprung. Die letzten 10 Sekunden, herunterzählen, laute Rufe aus allen Richtungen und tolle Stimmung: Start! Gemütlich fing ich an meine Bahnen zu ziehen und schaute den Teamkollegen zu wie sie in einer tollen Geschwindigkeit ihre Bahnen kraulten – zumindest die Hälfte. Diese lies ich dann nach nicht ganz der Hälfte auch einmal an mir vorbei und zog weiter konsequent mein Tempo durch. Evtl. hätte ich im Nachhinein vielleicht ein paar Sekunden herausholen können, wenn ich als Vorletzter gestartet wäre, bei den Wenden war ich zwar langsamer aber auf der Schwimmstrecke schnelle. Nun was sind ein paar Sekunden, wenn man für 380 Meter 11:57 brauch. Aber geschafft. Raus aus dem Wasser und losgerannt zum Wechsel. Hierbei schon richtig viele andere Teilnehmer überholt.

Der erste Wechsel

Plan: Trikot an, Hose an, Strümpfe an, Schuhe an, Helm auf, Startnummernband an, Rad runter und raus aus der Zone

Realität: Abtrocknen weil Trikot auf nasser Haut klebt, Füße zweimal abtrocknen weil Reihenfolge falsch und ins nasse Gras getreten, Dreck an der Fußsohle

Hier habe ich zwar einige deutlich abgehängt aber hätte bestimmt noch vieles rausholen können, wenn ich das vorher ein wenig mal geübt hätte. Mit 3:33 aber bestimmt nicht die schlechteste Zeit.

Das Radfahren

Mit dem Rad rennen, kann man bestimmt auch mal üben. Wenn man dazu noch solche Pedale hat wie ich, muss man extrem aufpassen, die geben zwar tollen Grip und haben eine große Fläche, tun aber mächtig weh an Wade und Schienbein. Deswegen eher verhalten mit dem Rad in den Startbereich gerannt und los ging es zu den vier Runden. Die Strecke an sich war in Ordnung, auf den Geraden hatte ich mit meinem Equipment deutliche Nachteile, in den scharfen Kurven und den danach folgenden Beschleunigungen konnte ich aber immer etwas Zeit gut machen. Der Gegenwind machte mir auch etwas zu schaffen, die doch recht breite und aufrechte Position auf dem Rad ist eher suboptimal. Dennoch gab ich ordentlich Gas und versuchte meinen gefühlten Puls (Brustgurt hatte ich vergessen anzuziehen) in einem ordentlichen Bereich zu halten. Zwischendrin dann noch den Gel-Chip eingeworfen. Die ersten drei Runden vergingen auch recht gut und schnell, bei der vierten wurden langsam die beine schwer und ich merkte die komplett andere Belastung zum Laufen. Hier hätte etwas Training bestimmt gut getan. Aber auch die letzte Runde beende ich gut und konnte auch hier den einen oder anderen Teamkollegen überholen, der vor mir aus dem Wasser kam. Also raus, runter vom Rad und in den Wechselbereich rennen – Stop: Völlig unterschätzt hatte ich, dass meine Beine nach der andere Belastung durch das Radfahren sich so gar nicht mehr koordinieren ließen und ich wie auf Gummistelzen in die Wechselzone tanzte und versuchte Haltung zu bewahren.

Der zweite Wechsel

Plan: Rein rennen, Rad aufhängen, Helm wegwerfen, Raus rennen

Realität: Rein tanzen wie auf rohen Eiern, Startbox suchen um das Rad hinzuhängen, mit dem Lenker verhaken, Helm wegwerfen und Raus tanzen da Beine immer noch nicht gehorchen wollten.

Dies habe ich völlig unterschätzt und die Tipps im Nachhinein, dass man den letzten Kilometer auf dem Rad eher ausrollt, werde ich beim nächsten Mal (was? wie Bitte?) berücksichtigen.

Das Laufen

Raus aus der Wechselzone auf die 4 Kilometer Strecke. Auf dem Plan stand eine Pace von 4:15 oder schneller. Nach dem ersten Kilometer realisierte ich, dass dies nicht möglich sein wird. Die Beine waren immer noch etwas unkoordiniert und fühlen sich schwammig an. Noch dazu hatte ich leichtes Seitenstechen und da bereits 11:30 Uhr war auch Hunger (normalerweise habe ich mein Mittagessen bereits hinter mir). Also versuchte ich zu retten, was zu retten war und ging in mein Wohlfühltempo über, welches ich dann nach 2,5 km leicht steigern konnte und es immer besser wurde. Scheinbar war ich aber nicht der Einzige, der beim Laufen Probleme hatte, viele gingen nur oder trabten langsam am Rand und ich konnte trotz meiner Probleme richtig viele andere Teilnehmer und auch den einen oder anderen Teamkollegen überholen. Beim Einlauf im Ziel waren meine Beine dann auch endlich auf Laufmodus eingestellt und ich konnte ziemlich locker und entspannt mit einer Zeit von 19:14 (zweitschnellste Laufzeit im Team) ins Ziel traben. Die Strecke hätte für mich wesentlich länger sein dürfen.

Fazit

Das extrem dünne Training, die wenige Erfahrung zeigten sich deutlich, wenn man das Event aus dem sportlichen Gesichtspunkt sieht. Hierfür hätte es einiges mehr an Vorbereitung gebraucht. Im Gesamten aber war es eine super tolle Erfahrung und mit der Gesamtzeit von 1:14:50 und damit Rang 434 (von ~3500) doch sehr zufrieden.

Für den Tipp vom #twitterlauftreff bei der Uhr das Profil auf „Sonstige Outdoor-Sportart“ zu stellen und nur die Rundenzeiten, Rundenpace und Rundendistanz anzeigen zu lassen und bei dem Wechsel eine neue Runde zu starten war Gold wert. Meine händische Aufzeichnung passt in den Zeiten nahezu exakt auf die offiziellen.

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